Merz, StÀrke

Merz wirbt fĂŒr StĂ€rke gegenĂŒber Russland

04.12.2024 - 19:26:44

Unions-Kanzlerkandidat Friedrich Merz hat angesichts des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine fĂŒr grĂ¶ĂŸere europĂ€ische StĂ€rke geworben.

"Wir mĂŒssen uns verteidigen können, damit wir uns nicht verteidigen mĂŒssen", sagte der CDU-Vorsitzende bei einer Veranstaltung der Bundesakademie fĂŒr Sicherheitspolitik in Berlin. "StĂ€rke schreckt Aggression ab, SchwĂ€che lĂ€dt Aggression ein." Er wolle fĂŒr Deutschland und Europa starke StreitkrĂ€fte, eine starke Zivilverteidigung und eine krisenfeste Infrastruktur.

Ziel sei ein dauerhafter Frieden in Sicherheit und in Freiheit, betonte Merz. "Wir wollen keinen Frieden in Unterwerfung vor einer imperialistischen Macht." FĂŒr die Ukraine bedeute das: "Sie muss den Krieg gewinnen, und Russland muss den Krieg verlieren." Gewinnen bedeute fĂŒr die Ukraine "die Wiederherstellung der territorialen IntegritĂ€t mit einer demokratisch legitimierten Regierung im eigenen Land und in der vollstĂ€ndigen Freiheit der Wahl ihrer politischen und gegebenenfalls auch militĂ€rischen BĂŒndnisse".

Kein Naturgesetz fĂŒr siegreiche AtommĂ€chte

Mit Blick auf Russland sagte Merz, es sei "kein Naturgesetz, dass AtommĂ€chte jeden Krieg, den sie beginnen, automatisch gewinnen". Russland dĂŒrfe keine Möglichkeiten mehr sehen, den Krieg militĂ€risch fortzusetzen. Deutschland dĂŒrfe bei alledem nicht Kriegspartei werden. "Diese Frage steht nicht im Raum. Wir wollen es nicht, und wir werden es auch nicht." Gerade deswegen mĂŒsse Deutschland die Ukraine aber "mit allen erforderlichen diplomatischen, finanziellen, humanitĂ€ren und eben auch militĂ€rischen Mitteln unterstĂŒtzen".

Der CDU-Chef kritisierte, AlleingĂ€nge hĂ€tten zu einer Verschlechterung der strategischen Lage gefĂŒhrt. Er nannte in diesem Zusammenhang auch ein "mit den europĂ€ischen Partnern offensichtlich unabgestimmtes Telefonat des deutschen Bundeskanzlers" mit dem russischen PrĂ€sidenten Wladimir Putin, auf das dieser "mit großangelegten Angriffen auf die zivile Infrastruktur in der gesamten Ukraine" reagiert habe.

Merz warb erneut fĂŒr eine "Kontaktgruppe" aus Deutschland, Frankreich, Polen und Großbritannien, um eine europĂ€ische Strategie zur UnterstĂŒtzung der Ukraine zu bestimmen - auch, weil niemand wisse, was nach dem Amtsantritt des neuen US-PrĂ€sidenten Donald Trump geschehe. Über eine anstehende eigene Reise in die Ukraine wolle er die europĂ€ischen Partner informieren.

@ dpa.de