ROUNDUPUnionsfraktionsvize, Merz

Merz will Trump möglichst bald treffen

02.03.2025 - 13:04:59

Unionsfraktionschef Friedrich Merz strebt nach Angaben seines Stellvertreters Johann Wadephul ein baldiges Treffen mit US-PrÀsident Donald Trump an.

"Merz wird Trump so schnell wie möglich treffen und dann hoffentlich schon höhere Verteidigungsausgaben im GepÀck haben", sagte Wadephul dem "Tagesspiegel". Dies könne in den angespannten Beziehungen helfen, "auch wenn wir wissen, dass es alle EuropÀer gerade schwer haben in Washington".

Wadephul ist nach eigenen Angaben in die Vorbereitung der Gipfeltreffen zu Fragen der Sicherheit Europas und der Ukraine am Sonntag in London und Donnerstag in BrĂŒssel eingebunden und hĂ€lt dazu Kontakt zum Sicherheitsberater von Kanzler Olaf Scholz (SPD), Jens Plötner, wĂ€hrend Merz mit dem Kanzler selbst in Kontakt steht.

Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron und Großbritanniens Premier Keir Starmer waren bereits bei Trump, um ihn im Kreise der Ukraine-UnterstĂŒtzer zu halten. Der Eklat im Weißen Haus beim Besuch des ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj hat danach aber die Chancen dramatisch sinken lassen. Kanzler Scholz wiederum dĂŒrfte als scheidender Regierungschef fĂŒr Trump keine Rolle mehr spielen.

Ex-US-Sicherheitsberater rĂ€t Merz zu frĂŒhem Kontakt zu Trump

Trumps ehemaliger Nationale Sicherheitsberater, John Bolton, empfiehlt Wahlsieger Merz, bereits vor seiner möglichen Wahl zum Kanzler den Kontakt zum US-PrĂ€sidenten zu suchen. "Bis Ende April zu warten, wĂ€re verkehrt", sagte Bolton dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Ein informelles Kennenlernen kann sogar von Vorteil sein fĂŒr Merz und ihm zusĂ€tzliche SpielrĂ€ume geben."

Merz sei der CDU-Vorsitzende und werde die fĂŒhrende Wirtschaftsmacht Europas steuern - fĂŒr Trump sei das Grund genug, genau hinzuhören, erklĂ€rte Bolton. Nach seiner EinschĂ€tzung wird es Merz helfen, dass er vor seiner RĂŒckkehr in die Politik beim US-Finanzkonzern Blackrock tĂ€tig war.

Bolton: Trump macht "katastrophale Fehler"

Bolton sagte, Trump mache nicht nur im Umgang mit dem ukrainischen PrÀsidenten Wolodymyr Selenskyj "katastrophale Fehler". Der US-PrÀsident habe auch noch immer nicht verstanden, dass der von ihm geplante Handelskrieg mit der EU den Preisanstieg in den USA weiter anschieben wird. "Vielleicht kann Merz ihm das verdeutlichen."

Der langjĂ€hrige Diplomat Bolton, der als Hardliner gilt, war 2018 und 2019 Nationaler Sicherheitsberater im Weißen Haus, trat dann aber im Streit mit Trump zurĂŒck. Unter Ex-PrĂ€sident George W. Bush war er US-Botschafter bei den Vereinten Nationen.

@ dpa.de