Energetische, Sanierung

Energetische Sanierung soll sozialvertrÀglich erfolgen

17.04.2024 - 13:27:47

Unsanierte GebĂ€ude verursachen hohe Energiekosten und Treibhausgase. FĂŒr die Klimaziele muss der GebĂ€udebestand modernisiert werden - ohne sozial Schwache zu ĂŒberlasten, verlangen Mieterbund und BUND.

Der Bund fĂŒr Umwelt und Naturschutz (BUND) und der Deutsche Mieterbund fordern eine gerechtere Kostenverteilung bei energetischen Modernisierungen von Mietwohnungen. «Klimaschutz im GebĂ€udesektor muss gelingen und zwar sozial gerecht», sagte BUND-GeschĂ€ftsfĂŒhrerin Antje von Broock am Mittwoch.

Die beiden VerbĂ€nde wollen dafĂŒr die sogenannte Modernisierungsumlage von acht auf einheitlich drei Prozent absenken, um Mieterinnen und Mieter vor zu hohen Mietsteigerungen nach Wohnungssanierungen zu schĂŒtzen. Die Umlage ist der Anteil an Investitionen, der von Vermietern im Jahr auf die Mieter umgelegt werden darf.

Gleichzeitig soll die Förderung von Sanierungen fĂŒr Vermieter erhöht werden, um mehr Anreize fĂŒr tiefergehende klimafreundliche Modernisierungen zu schaffen, schlagen BUND und Mieterbund vor. Das staatliche Fördergeld sollen Vermieter im Gegenzug fĂŒr die abgesenkte Modernisierungsumlage behalten dĂŒrfen.

Höhere Mieten durch Modernisierungsumlage

Die Modernisierungsumlage liegt bei acht Prozent. Wird bei einem Heizungstausch eine Förderung in Anspruch genommen, dĂŒrfen zehn Prozent der Kosten auf die Mieter umgelegt werden. Das fĂŒhre dazu, dass die Kaltmieten stiegen, was vor allem ein Problem fĂŒr einkommensschwĂ€chere Mieter sei, sagte Melanie Weber-Moritz, Bundesdirektorin des Deutschen Mieterbunds. Bei energetischen Modernisierungen zahlten Mieter im Moment die Hauptlast. Die Bundesregierung mĂŒsse das Ă€ndern.

Die Forderung beruht auf dem Drittelmodell, das eine gerechtere Kostenverteilung zwischen Vermietern, Mietern und öffentlicher Hand bieten soll. Der BUND und der Mieterbund gaben fĂŒr die Berechnung dieses Modells eine Studie beim Heidelberger Ifeu-Institut in Auftrag. «Die Ergebnisse unserer Studie zeigen, dass eine Absenkung der Modernisierungsumlage auf drei Prozent fĂŒr eine sozialvertrĂ€gliche Sanierung notwendig ist», betonte Weber-Moritz.

Die Studie habe gezeigt, dass energetische Sanierungen fĂŒr Mieter mit dem Drittelmodell warmmietenneutral blieben, erklĂ€rte Peter Mellwig vom Ifeu-Institut. Auf welche Kosten das staatliche Förderprogramm hinauslaufen wĂŒrde, wurde nicht errechnet.

@ dpa.de