Rundfunkkommission, Beitragsplus

Rundfunkkommission sieht aktuell keine Mehrheit fĂŒr Beitragsplus

26.01.2024 - 17:19:43

Unter den BundeslĂ€ndern zeichnet sich aktuell keine Mehrheit fĂŒr eine mögliche Erhöhung des Rundfunkbeitrags ab.

Das sagte das Mitglied der LĂ€nder-Rundfunkkommission, Oliver Schenk (CDU), zugleich sĂ€chsischer Medienminister, am Freitag nach einer Klausur des Gremiums in Bingen am Rhein. Man erwarte insgesamt weitere Reformanstrengungen, um den öffentlich-rechtlichen Rundfunk digitaler und effizienter zu gestalten. Die Koordinatorin der Rundfunkkommission und rheinland-pfĂ€lzische MedienstaatssekretĂ€rin, Heike Raab (SPD), sprach von einer sehr unterschiedlichen Gemengelage unter den LĂ€ndern, die fĂŒr Medienpolitik zustĂ€ndig sind.

Die aktuelle Beitragsperiode mit einem monatlichen Betrag von 18,36 Euro, den Haushalte und Firmen zahlen, dauert noch bis Jahresende. Am 23. Februar wird laut Schenk die unabhĂ€ngige Finanzkommission KEF, die den Finanzbedarf von ARD, ZDF und Deutschlandradio ĂŒberprĂŒft, ihre Empfehlung an die LĂ€nder abgeben, wie hoch der Beitrag ab 2025 sein sollte. In einem vorlĂ€ufigen Entwurf war von 18,94 Euro die Rede.

Die LĂ€nder mĂŒssen sich eng an der Empfehlung orientieren, doch schon vor Monaten machten einige MinisterprĂ€sidenten deutlich, dass sie sich gegen eine Erhöhung stemmen wollen. Der Fall könnte am Ende beim Bundesverfassungsgericht landen.

Die BundeslĂ€nder wollen nun ein Gutachten bei der KEF in Auftrag geben, um mögliche Einspareffekte durch Reformen zu identifizieren. Schenk nannte als ein Beispiel die Frage, was es einsparen wĂŒrde, wenn man Auslandsstudios der Sender zusammenlegt. Der Immobilienbestand ist auch ein Thema oder die Zusammenarbeit im technischen Bereich. Im Herbst wollen die LĂ€nder einen Reformstaatsvertrag vorlegen.

Wie genau der Ablauf zum Rundfunkbeitrag ab 1. Januar 2025 sein wird, ist unklar. Schenk sagte auf Nachfrage, auch der Begriff eines Moratoriums sei unter anderem in der Klausur diskutiert worden. Mehr Details wurden nicht genannt.

Ein weiteres Szenario könnte vielleicht sein, dass das KEF-Sondergutachten im Nachgang eine neue Finanzanmeldung der Sender auslöst.

Die BundeslĂ€nder wollen auch deshalb ein Gutachten einholen, weil vor Tagen ein unabhĂ€ngiger Rat VorschlĂ€ge fĂŒr die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks vorgelegt hatte. Im Auftrag der LĂ€nder hatte der Zukunftsrat seit MĂ€rz 2023 Ideen erarbeitet, um Kosten einzusparen, effizienteres Arbeiten zu ermöglichen, klarere ZustĂ€ndigkeiten zu schaffen und die Akzeptanz der HĂ€user in der Bevölkerung zu fördern.

In ihren Eckpunkten griffen die LĂ€nder auch Ideen des Zukunftsrats auf. So soll zum Beispiel fĂŒr Technik und zur Entwicklung und Betrieb eines gemeinsamen technischen Plattformsystems eine selbststĂ€ndige, gemeinsame Organisationseinheit von ARD, ZDF und Deutschlandradio eingerichtet werden. Die LĂ€nder wollen zudem Mehrfachstrukturen abbauen.

Innerhalb der ARD solle Organisation an die Stelle "aufwendiger Koordinierung" treten, heißt es im Eckpunktepapier weiter. Eine vom Zukunftsrat vorgeschlagene neue Dachorganisation als ARD-Anstalt, die zentrale Aufgaben der neun Rundfunkanstalten bĂŒndelt, machen sich die LĂ€nder in dem Papier zugleich nicht zu eigen.

@ dpa.de