Deutschland bleibt gröĂter europĂ€ischer Frankreich-Investor
03.03.2024 - 05:15:12Frankreich ist im vergangenen Jahr das europĂ€ische Land geblieben, das die meisten Unternehmensinvestitionen aus dem Ausland angezogen hat. Nach den USA bleibt Deutschland der zweitwichtigste und gröĂte europĂ€ische Investor in dem Nachbarland, wie die AuĂenhandelsvertretung des Pariser Wirtschaftsministeriums, Business France, mitteilte. Unternehmen aus GroĂbritannien rangieren auf Rang 3, was auslĂ€ndische Investitionen in Frankreich betrifft.
«Der Trend setzt sich fort. Wie im Jahr 2022 ist Deutschland mit Abstand der gröĂte europĂ€ische Investor in Frankreich», sagte der HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer der Deutsch-Französischen Industrie- und Handelskammer, Patrick Brandmaier, am Wochenende der Deutschen Presse-Agentur. Deutschland sei der gröĂte Handelspartner Frankreichs. Investitionen und Handelsströme gingen Hand in Hand. «Dies ist auf die AttraktivitĂ€t des französischen Marktes, seine GröĂe, seine qualifizierten ArbeitskrĂ€fte und seine NĂ€he zurĂŒckzufĂŒhren.»
Die Krise im Roten Meer habe den Nutzen von Investitionen im nahegelegenen Ausland gezeigt. Viele Unternehmensentscheidungen basierten auch darauf, dass man den CO2-FuĂabdruck verringern wolle.
Autobau stark vertreten
«Wir sehen ein sehr hohes Investitionsniveau in allen Sektoren», sagte der Handelskammerchef. «Sektoren wie die Automobilbranche bleiben stark, was sich in den Investitionen in ACC-Batterien widerspiegelt mit Total Energies, Saft und Mercedes-Benz.» Deutsche Unternehmen investierten auch stark in die Energiebranche, was durch die Partnerschaft zwischen Siemens Energy und Air Liquide belegt werde. «Auch der Chemiesektor ist gut vertreten: BASF hat bis 2022 in Chalampé (Haut-Rhin) 300 Millionen Euro in sein globales Nylonzentrum investiert, wÀhrend Bayer in Saatgut investiert hat.»
Die deutschen Investitionen in Frankreich konzentrierten sich nicht auf die Grenzregion oder Paris, sagte Brandmaier. «Wenn man sich die Ansiedlungen und Investitionen anschaut, stellt man fest, dass deutsche Unternehmen im ganzen Land investieren.»
BestĂ€tigung fĂŒr Reformkurs
Die französische Regierung fĂŒhrt das anhaltende Interesse auslĂ€ndischer Unternehmen auf ihre ReformbemĂŒhungen zurĂŒck. «Wir fĂŒhren weiterhin Strukturreformen durch, um flĂ€chendeckend gutbezahlte ArbeitsplĂ€tze zu schaffen, die TĂ€tigkeit von Investoren zu erleichtern und Projekte in den Bereichen Forschung, Produktion, Digitalisierung und Dekarbonisierung anzuziehen», sagte Wirtschaftsminister Bruno Le Maire.
Auch die US-Handelskammer in Frankreich (AmCham) lobte die Wirtschaftslage in Frankreich. «Trotz eines Jahres 2023, das von extremen geopolitischen Spannungen, einer Energiekrise mit hoher Inflation, Rohstoffknappheit und einem angespannten Arbeitsmarkt geprĂ€gt ist, beweist die französische Wirtschaft einmal mehr ihre WiderstandsfĂ€higkeit und Dynamik und bleibt fĂŒhrend bei der AttraktivitĂ€t Europas», hieĂ es vor wenigen Tagen. Aus Sicht von US-Investoren leide Frankreich jedoch weiter unter hohen Arbeitskosten, einem problematischen sozialen Klima, ĂŒberbordender BĂŒrokratie und hoher Steuerlast.


