Unverheiratete, Grunderwerbsteuer

Unverheiratete zahlen bis 6,5%: Grunderwerbsteuer bei Trennung

13.06.2026 - 23:50:52 | boerse-global.de

Bei Trennung drohen Paaren hohe Steuernachzahlungen und Finanzierungsprobleme durch die gemeinsame Immobilie. Besonders Unverheiratete sind betroffen.

Trennungsimmobilie: Steuerfallen und Kostenrisiken fĂŒr Paare
Unverheiratete - Ein stilisiertes, fragmentiertes Bild eines Hauses, das Trennung symbolisiert, mit juristischen Dokumenten und MĂŒnzen im Vordergrund. 13.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Experten warnen vor erheblichen finanziellen Nachteilen – besonders bei verpassten Fristen und fehlenden VertrĂ€gen.

Die 10-Jahres-Frist als Kostenfalle

Wer die gemeinsame Immobilie innerhalb von zehn Jahren nach dem Kauf verkauft, muss mit der Spekulationssteuer rechnen. Eine Ausnahme gibt es nur bei Eigennutzung. Doch die Übertragung an den Partner, der im Haus bleibt, muss rechtlich prĂ€zise sein – sonst droht der Verlust steuerlicher Privilegien.

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War die Immobilie vermietet oder gewerblich genutzt? Dann kommen noch Abschreibungen und mögliche VorfĂ€lligkeitsentschĂ€digungen hinzu. Berater empfehlen: den Verkauf an den Ex-Partner ordnungsgemĂ€ĂŸ abwickeln, damit das Finanzamt ihn anerkennt.

Unverheiratete zahlen drauf

Besonders riskant ist die Trennung fĂŒr unverheiratete Paare. Sie gelten steuerrechtlich als Fremde. Anders als Ehepaare haben sie keinen Anspruch auf Zugewinnausgleich oder hohe Erbschaftsteuer-FreibetrĂ€ge.

Der grĂ¶ĂŸte Kostenpunkt: die Grunderwerbsteuer. Ehegatten sind bei der Übertragung von Immobilienanteilen befreit. Unverheiratete zahlen je nach Bundesland 3,5 bis 6,5 Prozent des Kaufpreises.

Ein notarieller Partnerschaftsvertrag beim Kauf könnte das abfedern. Die Kosten: 500 bis 2.000 Euro. Fehlt eine solche Regelung, zĂ€hlt nur der Grundbucheintrag – unabhĂ€ngig davon, wer die Raten gezahlt hat.

Die Bank lÀsst nicht locker

Bei einer laufenden Finanzierung haften beide Partner als Gesamtschuldner. Die Bank kann von jedem die volle Tilgung verlangen. Eine Entlassung aus der Mithaftung gibt es nur mit Zustimmung der Bank – und die ist nicht an familienrechtliche Vereinbarungen gebunden.

Der Bundesgerichtshof (Urteil vom 06.11.2019, XII ZB 311/18) stellt klar: Im InnenverhĂ€ltnis trifft die Darlehensschuld den, der als AlleineigentĂŒmer im Grundbuch steht. FĂŒr die Trennungszeit sieht das BGB spezifische Nutzungsrechte vor – das Kindeswohl und HĂ€rtefĂ€lle spielen eine Rolle. Bleibt nur die Teilungsversteigerung? Die bringt meist wirtschaftliche Verluste.

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Zinswende macht Übernahme teurer

Die EuropĂ€ische Zentralbank erhöhte am 12. Juni 2026 den Einlagesatz auf 2,25 Prozent. Grund: gestiegene Ölpreise und Inflation. FĂŒr Immobilienbesitzer, die den Partner auszahlen mĂŒssen, wird es jetzt richtig teuer.

Die Bauzinsen fĂŒr zehnjĂ€hrige Darlehen liegen bei 3,6 bis 4 Prozent effektiv. Wer eine Anschlussfinanzierung braucht, erlebt einen Schock: FrĂŒhere Konditionen von 1 bis 2 Prozent sind vom Markt verschwunden. Die HĂŒrden fĂŒr eine Übernahme durch nur einen Partner steigen massiv.

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