US-AuĂenminister 'enttĂ€uscht' ĂŒber Israels PlĂ€ne zu erweitertem Siedlungsbau
23.02.2024 - 19:12:54"Wir sind enttĂ€uscht von der AnkĂŒndigung. Es ist seit Langem die Haltung der US-Regierung, dass neue Siedlungen kontraproduktiv sind, wenn wir dauerhaften Frieden erreichen wollen. AuĂerdem stehen sie nicht im Einklang mit dem Völkerrecht", sagte Blinken am Freitag in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires. Die US-Regierung sei klar gegen den Ausbau der Siedlungen. Dies schwĂ€che Israels Sicherheit, statt sie zu stĂ€rken, sagte Blinken.
Nach einem palĂ€stinensischen Terroranschlag nahe Jerusalem will Israels rechtsextremer Finanzminister Bezalel Smotrich den Siedlungsbau im Westjordanland vorantreiben. Wie die Zeitung "Times of Israel" in der Nacht zum Freitag berichtete, werde der fĂŒr die Genehmigung des Baus von SiedlerhĂ€usern zustĂ€ndige Ausschuss zu diesem Zweck in KĂŒrze zusammenkommen. Smotrich wolle, dass mehr als 3000 zusĂ€tzliche HĂ€user im Westjordanland gebaut werden, hieĂ es. Die israelischen Siedlungen im Westjordanland sind nach internationalem Recht illegal.
Seit Beginn des Gaza-Krieges nach dem TerrorĂŒberfall der Hamas und anderer extremistischer Gruppen am 7. Oktober im SĂŒden Israels haben sich auch die Spannungen und Konflikte im israelisch besetzten Westjordanland verschĂ€rft. PalĂ€stinenser beklagen vermehrte Gewalt von israelischen Siedlern gegen ihre Dörfer und Olivenhaine. Das israelische MilitĂ€r geht in palĂ€stinensischen StĂ€dten verstĂ€rkt gegen mutmaĂliche Militante vor. Die USA und andere LĂ€nder haben Sanktionen gegen jĂŒdische Siedler verhĂ€ngt, denen vorgeworfen wird, sich im Westjordanland an Gewalt gegen palĂ€stinensische Zivilisten beteiligt zu haben.
Angesprochen auf Berichte ĂŒber die PlĂ€ne Israels fĂŒr Zeit nach Gaza-Krieg sagte der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrates der USA, John Kirby, am Freitag in Washington, man ĂŒberlasse es Israel, diese zu kommentieren. Die US-Regierung habe in den letzten Wochen aber konstruktive GesprĂ€che ĂŒber all die damit verbundenen Fragen gefĂŒhrt, und "klare Positionen vertreten, auch dort, wo ihre und unsere Positionen voneinander abweichen."
Die US-Regierung sei der festen Ăberzeugung, dass die PalĂ€stinenser ein Mitspracherecht und eine Stimme haben sollten, wenn es darum gehe, wie der Gazastreifen nach dem Konflikt aussehen solle. Man glaube nicht an eine Verkleinerung des Gazastreifens und auch nicht an eine gewaltsame Vertreibung von PalĂ€stinensern aus dem Gazastreifen. "Sowohl die Israelis als auch die PalĂ€stinenser haben ein Recht auf ein höchstes MaĂ an Sicherheit, Freiheit und WĂŒrde."/trö/DP/mis

