Trump, Selenskyj

Trump gibt Selenskyj Schuld fĂŒr Andauern des Ukraine-Krieges

18.02.2025 - 23:41:28

US-PrĂ€sident Donald Trump hat dem ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj praktisch die Schuld dafĂŒr gegeben, dass der russische Angriffskrieg gegen dessen Land andauert.

Es gebe in der Ukraine "eine FĂŒhrung, die einen Krieg zugelassen hat, den es nie hĂ€tte geben dĂŒrfen", sagte Trump bei einem Auftritt in seinem Anwesen Mar-a-Lago im Bundesstaat Florida. Mit Blick auf Selenskyj sagte er: "Ich mag ihn persönlich, er ist in Ordnung." Es gehe aber nicht um persönliche Sympathien, sondern darum, "dass der Job erledigt wird".

Auf Kritik der Ukraine, dass das Land nicht eingeladen worden sei zu einem Treffen zwischen den USA und Russland in Saudi-Arabien, reagierte Trump spöttisch. "Ich habe heute gehört: Oh, wir waren nicht eingeladen", sagte der Republikaner und schob nach: "Nun, ihr seid seit drei Jahren dabei." Der Krieg hÀtte lÀngst enden sollen, mahnte er und beklagte weiter: "Ihr hÀttet es nie anfangen sollen. Ihr hÀttet einen Deal machen können."

Die Ukraine wehrt seit drei Jahren mit Hilfe westlicher Waffenlieferungen eine russische Invasion ab. Trump hatte kurz nach seinem Amtsantritt persönlich Kontakt zum russischen PrĂ€sidenten Wladimir Putin aufgenommen, der den Krieg gestartet hatte. Die beiden vereinbarten, GesprĂ€che fĂŒr ein mögliches Friedensabkommen aufzunehmen. Zur Vorbereitung trafen sich die Außenminister beider LĂ€nder in Saudi-Arabien. Die Ukraine und die europĂ€ischen VerbĂŒndeten sind bei Trumps Alleingang bislang außen vor.

Trump fĂŒr Neuwahlen in Ukraine - wie Russland

Trump behauptete bei seinem Auftritt auch, er hĂ€tte einen Deal fĂŒr die Ukraine aushandeln können. Danach hĂ€tten sie "fast das ganze Land" bekommen, "und es wĂ€ren keine Menschen getötet worden, und keine Stadt wĂ€re zerstört worden". Was genau er damit meinte, blieb offen.

Außerdem mahnte der US-PrĂ€sident - wie Moskau -, dass in der Ukraine Wahlen nötig seien. In der Ukraine hĂ€tten lange keine Wahlen stattgefunden, dort gelte das Kriegsrecht, beklagte Trump. Das sage nicht nur Russland. Trump kritisierte, Selenskyj habe niedrige Zustimmungswerte. Das Land sei in weiten Teilen zerstört, die Menschen seien das satt.

Die russische Regierung zieht die LegitimitÀt Selenskyjs in Zweifel. Russland argumentiert, dass dessen Amtszeit bereits im Mai vergangenen Jahres ausgelaufen sei und in der Ukraine Neuwahlen notwendig wÀren. Kiew hingegen betont, dass Selenskyjs Vollmachten durch das geltende Kriegsrecht weiter in Kraft seien.

@ dpa.de

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