Trump kĂŒndigt 25-Prozent-Zölle auf Stahl und Aluminium an
10.02.2025 - 06:35:05Sie sollen Anfang dieser Woche verkĂŒndet werden, wie der Republikaner vor Journalisten wĂ€hrend eines Fluges mit der Air Force One erklĂ€rte. Sie sollen alle LĂ€nder betreffen, sagte Trump weiter. Ausnahmen wĂŒrden auch nicht fĂŒr die Nachbarn Kanada und Mexiko gelten.
Trump erklĂ€rte auĂerdem auf dem Flug zum Super Bowl, dass er "gegenseitige Zölle" (reciprocal tariffs) ankĂŒndigen werde. Das bedeutet, dass die USA Importzölle auf Produkte erheben wĂŒrden, wenn ein anderes Land Zölle auf US-Waren verhĂ€ngt. "Ganz einfach: Wenn sie uns etwas berechnen, berechnen wir ihnen etwas", erklĂ€rte der US-PrĂ€sident.
Auf die Frage eines Reporters, wann die gegenseitigen Zölle in Kraft treten wĂŒrden, antwortete Trump: "nahezu sofort." Die neuen Abgaben fĂŒr Stahl und Aluminium werde er demnach am Montag verkĂŒnden, die anderen "wahrscheinlich am Dienstag oder Mittwoch".
Handelskrieg war zunÀchst abgewendet worden
Erst Anfang vergangener Woche konnte ein nordamerikanischer Handelskrieg mit ungewissen Folgen fĂŒr die Weltwirtschaft vorerst abgewendet werden. Trump lieĂ sich nur wenige Stunden vor dem Inkrafttreten von angedrohten Strafzöllen in Höhe von 25 Prozent auf Waren aus den NachbarlĂ€ndern Mexiko und Kanada auf ZugestĂ€ndnisse vor allem zur Grenzsicherung ein. DafĂŒr schob er die HandelsbeschrĂ€nkungen mindestens 30 Tage auf.
In Bezug auf den wirtschaftlich mÀchtigen Rivalen China lieà der US-PrÀsident aber nicht mit sich reden: Strafzölle von zehn Prozent auf alle chinesischen Waren traten am Dienstag in Kraft.
Nach seinem Wiedereinzug ins WeiĂe Haus hatte Trump zudem seine Zoll-Drohung gegen die EuropĂ€ische Union erneuert. Trump will die USA als Produktionsstandort stĂ€rken und das Handelsdefizit mit Europa abbauen.
EU entschlossen zu handeln
Die EU hatte sich zuletzt bei einem Gipfel in BrĂŒssel entschlossen gegenĂŒber Trump gezeigt. Kanzler Olaf Scholz (SPD) und Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron kĂŒndigten europĂ€ische GegenmaĂnahmen an, sollten die USA zusĂ€tzliche Zölle auf EU-Waren erheben.
Von EU-Diplomaten hieĂ es, die EuropĂ€ische Kommission habe bereits vor lĂ€ngerer Zeit mögliche GegenmaĂnahmen vorbereitet. In der ersten Amtszeit Trumps hatte die EU neue Abgaben auf Stahl- und Aluminiumprodukte aus Europa unter anderem mit Sonderzöllen auf Bourbon-Whiskey, Harley-Davidson-MotorrĂ€der US4128221086 und Jeans gekontert. Wie stark die EU diesmal reagiert, soll von der konkreten Zollentscheidung Trumps abhĂ€ngen.
Risiko fĂŒr die Exportnation Deutschland
Neue Zölle auf Einfuhren aus Europa wĂ€ren insbesondere fĂŒr die exportstarke deutsche Wirtschaft, die bereits zwei Jahre in Folge geschrumpft ist, ein Tiefschlag. So sind die USA der wichtigste Absatzmarkt fĂŒr deutsche Exporteure. Ăkonomen fĂŒrchten einen Handelskrieg zwischen den USA und der EU.

