Berichte: USA bitten Gaza-Vermittler um Druck auf Hamas
06.04.2024 - 11:48:45Auf dem Tisch liege ein Vorschlag, der eine sechswöchige Feuerpause und die Freilassung von 40 Geiseln vorsehe, berichtete das Nachrichtenportal "Axios" in der Nacht zum Samstag unter Berufung auf einen ranghohen US-Beamten. Laut der Zeitung "Times of Israel" bat Biden den Emir von Katar, Scheich Mosa Nasser Al Missned, und den Àgyptischen StaatsprÀsidenten Abdel Fattah al-Sisi in Briefen, die Hamas zu drÀngen, einem solchen Abkommen zuzustimmen.
Die USA wollen laut "Axios" an diesem Wochenende in Kairo den indirekten Verhandlungen zum Durchbruch verhelfen. CIA-Direktor Bill Burns solle zu diesem Zweck in der Ă€gyptischen Hauptstadt mit dem Chef des israelischen Auslandsgeheimdiensts Mossad, David Barnea, sowie Katars MinisterprĂ€sidenten Mohammed bin Abdulrahman Al Thani und dem Ă€gyptischen Geheimdienstminister Abbas Kamel zusammentreffen. Seit Wochen vermitteln die USA, Katar und Ăgypten zwischen Israel und der Hamas, um eine Feuerpause und einen Austausch aus Israel verschleppter Geiseln gegen palĂ€stinensische HĂ€ftlinge zu erreichen. Knapp 100 EntfĂŒhrte in der Gewalt der Hamas dĂŒrften nach israelischen SchĂ€tzungen noch am Leben sein.
Zu den Geiseln, die gemÀà vorliegendem Abkommen freigelassen werden sollen, gehörten israelische Soldatinnen und andere Frauen, MĂ€nner im Alter von ĂŒber 50 Jahren sowie MĂ€nner in kritischem Gesundheitszustand, schrieb der gewöhnlich gut unterrichtete israelische Journalist Barak Ravid in seinem "Axios"-Bericht. Im Gegenzug wĂŒrde Israel rund 700 palĂ€stinensische HĂ€ftlinge freilassen, darunter etwa 100, die lebenslange Haftstrafen wegen der Ermordung von Israelis verbĂŒĂen, hieĂ es weiter. US-PrĂ€sident Biden hatte Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu in einem Telefonat am Donnerstag aufgefordert, "unverzĂŒglich" ein Abkommen zu schlieĂen, um die Geiseln zurĂŒckzuholen.
Biden habe Netanjahu in dem GesprĂ€ch mit Blick auf die bevorstehende GesprĂ€chsrunde am Wochenende in Kairo aufgefordert, seine UnterhĂ€ndler mit einem breiteren Mandat als bisher zu entsenden, um eine Einigung zu erzielen, zitierte "Axios" den ranghohen US-Beamten. Biden habe Netanjahu klargemacht, dass alles getan werden mĂŒsse, um die Freilassung der seit sechs Monaten in Gaza festgehaltenen Geiseln zu erreichen.
Auslöser des Krieges war das beispiellose Massaker mit mehr als 1200 Toten, das Terroristen der Hamas und anderer islamistischer Gruppen am 7. Oktober vergangenen Jahres in Israel verĂŒbt hatten. Israel reagierte mit massiven Luftangriffen und einer Bodenoffensive. Laut der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde kamen dabei schon mehr als 33 000 Menschen in Gaza ums Leben. Bei der unabhĂ€ngig kaum zu ĂŒberprĂŒfenden Zahl wird nicht zwischen KĂ€mpfern und Zivilisten unterschieden.

