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US-Regierung schließt Microsoft aus Visa-Programm aus

Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 22:54 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die US-Regierung wirft dem Software-Riesen Microsoft US5949181045 den Missbrauch des Verfahrens vor, das qualifizierten auslÀndischen FachkrÀften die Einwanderung in die USA ermöglicht.

Im vergangenen Jahr habe der Windows-Konzern 6.000 amerikanische BeschÀftigte entlassen und zugleich von 6.300 Mitarbeitern aus dem Ausland mit H-1B-Visa profitiert, sagte VizeprÀsident JD Vance vor Journalisten in Washington.

Nach mehrfacher VerlĂ€ngerung der H-1B-Visa können Unternehmen fĂŒr Mitarbeiter ein dauerhaftes Bleiberecht beantragen. Seit Jahrzehnten ist das der Weg, auf dem talentierte Fachleute aus aller Welt in amerikanischen Top-Unternehmen landen. Unter anderem der aktuelle Microsoft-Chef Satya Nadella erhielt einst in den 90er Jahren ein H-1B-Visum. Auch Google US02079K1079-Chef Sundar Pichai arbeitete einst damit. Die Regierung von US-PrĂ€sident Donald Trump kritisiert das System jedoch schon seit langem, da es amerikanische Arbeitnehmer benachteilige, die durch AuslĂ€nder ersetzt wĂŒrden. Unternehmen kontern, dass es in den USA in vielen FĂ€llen nicht genug Spezialisten gebe.

"Hunderttausende Jobs"

Kein Unternehmen habe das Verfahren zum dauerhaften Aufenthalt so stark missbraucht wie Microsoft, sagte Vance nun. Deswegen werde Microsoft bis auf weiteres davon ausgeschlossen, sagte Arbeitsminister Keith Sonderling. Genauso gehe die Regierung auch gegen mehrere Beratungsunternehmen sowie den Photoshop-Entwickler Adobe US00724F1012 vor. Von diesen Unternehmen werde man keine neuen AntrĂ€ge auf dauerhaftes Bleiberecht fĂŒr auslĂ€ndische Mitarbeiter annehmen. Es gehe darum, dass "hunderttausende Jobs amerikanischen Arbeitern genommen" worden seien.

Microsoft: Nicht neu im Land

Microsoft betonte in einer Reaktion, dass es bei 80 Prozent der im vergangenen GeschĂ€ftsjahr eingereichten rund 6.000 H-1B-AntrĂ€ge darum gegangen sei, den Status bestehender Mitarbeiter zu verĂ€ndern oder zu verlĂ€ngern. Auch die restlichen AntrĂ€ge seien fĂŒr Menschen gewesen, die sich bereits legal in den USA aufgehalten, aber nicht fĂŒr Microsoft gearbeitet hĂ€tten. Zugleich hieß es, dass auslĂ€ndische Mitarbeiter genauso gut bezahlt wĂŒrden wie ihre US-Kollegen.

Beim Stellenabbau bei Microsoft waren vor allem Management-Positionen betroffen, wÀhrend es sich bei den auslÀndischen Mitarbeitern eher um Programmierer und andere Tech-Experten handelt. Die Trump-Regierung versuchte bereits, die Vergabe von H-1B-Visa zu erschweren.

Uni-Austauschvisa betroffen

Auch eine andere Visumsart ist der Regierung von Trump ein Dorn im Auge: Neun renommierte US-UniversitĂ€ten, darunter Harvard, Yale und Stanford, nimmt die Regierung wegen des Einsatzes sogenannter J-1-Austauschvisa fĂŒr auslĂ€ndische Forscher und Studierende ins Visier. Vance wirft den Hochschulen vor, damit billigere ArbeitskrĂ€fte aus dem Ausland zu beschĂ€ftigen und die Löhne amerikanischer BeschĂ€ftigter zu drĂŒcken. Nach Angaben des Arbeitsministeriums laufen bereits Ermittlungen.

Wenige Wochen bis zur Parlamentswahl

In den USA steht Anfang November die wichtige Parlamentswahl an, bei der das gesamte ReprĂ€sentantenhaus sowie rund ein Drittel des Senats zur Wahl stehen. Wenn Trumps Republikaner ihre aktuelle Mehrheit auch nur in einer Kongress-Kammer verlieren, wird es fĂŒr den PrĂ€sidenten schwieriger werden, seine Agenda umzusetzen. Umfragen zeigen eine große Unzufriedenheit mit Trumps Politik und gute Chancen fĂŒr ein starkes Abschneiden der Demokratischen Partei.

Die Republikaner um Trump versuchen seit Wochen unter anderem, die Demokraten zu "Kommunisten" und "Sozialisten" zu erklÀren, um ihre AnhÀnger zu aktivieren. Auf die Frage, wie er Sozialismus definiere, sagte Vance, in den USA laufe dies aktuell darauf hinaus, dass man amerikanische BeschÀftigte durch AuslÀnder ersetzen und Jungs im MÀdchen-Sport antreten lassen wolle. Er nahm damit Bezug auf die Kontroverse um Transgender-Athleten, die Trump schon in seinem PrÀsidentschafts-Wahlkampf 2024 anfachte. Vance gilt als ein wahrscheinlicher Kandidat der Republikaner im Rennen um Trumps Nachfolge 2028.

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