US-Verteidigungsminister will Trumps Dekrete zĂŒgig umsetzen
30.01.2025 - 05:59:54 | dpa.de"Hier wird nicht herumgealbert", sagte der frisch bestĂ€tigte Pentagon-Chef in seinem ersten TV-Interview in der neuen Rolle, das er seinem frĂŒheren Arbeitgeber Fox News gab. Bislang geltende DiversitĂ€tsrichtlinien wĂŒrden "mit Stumpf und Stiel" herausgerissen, um "mit hohen Standards zurĂŒck zu den Wurzeln" zurĂŒckzukehren.
Hegseth bezog sich dabei auf mehrere Dekrete Trumps, die die Zusammensetzung der schlagkrĂ€ftigsten Streitmacht der Welt grundlegend verĂ€ndern dĂŒrften. Ein Erlass könnte faktisch zum Ausschluss von Transgender-Personen aus dem MilitĂ€r fĂŒhren. Weitere Anordnungen sehen eine Ăberarbeitung der bisherigen Richtlinien zu Vielfalt und Gleichberechtigung vor. Zudem wies Trump das Pentagon an, nicht gegen Corona geimpfte Soldaten wieder in den aktiven Dienst aufzunehmen.
Nahezu zeitgleich mit Hegseths Interview veröffentlichte das Verteidigungsministerium ein Papier, das die neuen Leitlinien umreiĂt. So werde das Pentagon etwa keine DiversitĂ€tskriterien mehr bei Personalentscheidungen berĂŒcksichtigen, sondern ausschlieĂlich "in Ăbereinstimmung mit einer leistungsorientierten, farbenblinden Politik" handeln.
Die Kehrtwende sehen Kritiker als fatal - gegen einige dieser MaĂnahmen regt sich bereits juristischer Widerstand. Neben grundsĂ€tzlichen Fragen der RechtsmĂ€Ăigkeit wird davor gewarnt, dass qualifizierte Soldaten aus dem Dienst gedrĂ€ngt wĂŒrden - in einer Zeit, in der das US-MilitĂ€r ohnehin mit Rekrutierungsproblemen kĂ€mpft. Die Abschaffung von DiversitĂ€tsprogrammen könne zudem talentierte Bewerber abschrecken.
Der einstige Fox-News-Moderator Hegseth galt als eine der umstrittensten Personalentscheidungen fĂŒr Trumps Kabinett. Er hat zwar militĂ€rische Erfahrung, aber keine nachweisbare Expertise im Regieren. Nach seiner Nominierung sorgten Berichte ĂŒber mutmaĂlich rassistische und sexistische ĂuĂerungen, Alkoholmissbrauch und sexuelle Ăbergriffe fĂŒr Schlagzeilen. Hegseth weist sĂ€mtliche VorwĂŒrfe zurĂŒck. In dem Fox-News-Interview betonte er seine religiöse Ăberzeugung: "Alle Ehre gebĂŒhrt Gott. (...) Ohne meinen Herrn und Erlöser, Jesus Christus, hĂ€tte ich das nicht geschafft."
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