US-Zollstreit: Einfuhrverbote für kanadische Produkte ab 29. September
Veröffentlicht am: 09.09.2026 um 22:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Im anhaltenden Handelskonflikt zwischen den Vereinigten Staaten und Kanada hat die US-Regierung eine deutliche Verschärfung der Sanktionen angekündigt.
Wie aus Regierungskreisen verlautete, werden ab dem 29. September 2026 weitreichende Einfuhrverbote für kanadische Molkereiprodukte, alkoholische Getränke und Motorräder in Kraft treten. Der Warenwert der von diesen Verboten betroffenen Importe beläuft sich nach Schätzungen der US-Regierung auf einen einstelligen Milliarden-Dollar-Bereich.
Diese Maßnahme markiert eine weitere Stufe in der konfrontativen Handelspolitik gegenüber dem nördlichen Nachbarstaat. Bereits für den 15. September 2026 hat die US-Regierung die Einführung von zusätzlichen Zöllen in Höhe von 50 Prozent auf Matratzen, Motorboote und Golf-Mobile vorgesehen. Darüber hinaus sollen weitere Aufschläge in derselben Höhe auf Käse, Papier, Aluminium sowie Möbel erhoben werden.
Massive Auswirkungen auf den bilateralen Handel
Die neuen Sanktionen folgen auf eine Reihe bereits umgesetzter Handelsbeschränkungen. Im August hatte die US-Regierung bereits Zölle von bis zu 50 Prozent auf kanadische Waren im Wert von 20 Milliarden US-Dollar verhängt.
Zuvor waren kanadische Unternehmen bereits von der Vergabe von Aufträgen im Rahmen der US-Behördenbeschaffung ausgeschlossen worden. Das Volumen der davon betroffenen Verträge wird auf mehr als 50 Milliarden US-Dollar pro Jahr beziffert.
Kanada hat auf die US-Maßnahmen bereits mit eigenen Gegenzöllen reagiert. Diese Aufschläge, die sich in einer Spanne zwischen 15 und 50 Prozent bewegen, sind bereits in Kraft getreten. Sie betreffen US-Waren im Wert von etwa 20 Milliarden US-Dollar. Nach weiteren Angaben beläuft sich der Gesamtwert der sanktionierten US-Güter auf 27,6 Milliarden CAD, was umgerechnet rund 17 Milliarden Euro entspricht.
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Drohungen gegen die Automobilindustrie und Bombardier
Trotz der bereits eingeleiteten Schritte drohte US-Präsident Donald Trump mit einer weiteren Ausweitung des Konflikts. Ab dem 1. Januar 2027 könnten demnach Zölle in Höhe von 50 Prozent auf Automobile und Stahl aus Kanada erhoben werden. Dies würde die kanadische Wirtschaft an einem empfindlichen Punkt treffen: Kanada ist der zweitgrößte Handelspartner der USA, und im Jahr 2024 gingen rund 85 Prozent der kanadischen Automobilexporte in die Vereinigten Staaten.
Zudem richtete der US-Präsident eine spezifische Drohung gegen den kanadischen Hersteller Bombardier. Dem Unternehmen drohe ein Verkaufs- beziehungsweise Vertriebsverbot auf dem US-Markt, sofern die Produktion nicht in die USA verlagert werde.
Infolge dieser Ankündigung verzeichnete die Aktie des betroffenen Unternehmens einen Kursrückgang von 6 Prozent. Neben den wirtschaftlichen Maßnahmen ordnete der Präsident zudem eine symbolische Geste an: Der Ontariosee solle künftig die Bezeichnung „Lake America“ tragen.
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Kanadische Regierung signalisiert Gesprächsbereitschaft
Aufseiten der kanadischen Regierung wird die Lage derzeit sondiert. Handelsminister LeBlanc erklärte, dass sein Ministerium mögliche Gegenmaßnahmen prüfe. Gleichzeitig betonte der Minister jedoch die grundsätzliche Bereitschaft Kanadas zu Gesprächen, um den Handelsstreit beizulegen. Ob eine diplomatische Lösung vor dem Inkrafttreten der neuen Einfuhrverbote Ende des Monats erreicht werden kann, bleibt angesichts der aktuellen Eskalation ungewiss.
