Varta-Übernahme, Gläubiger

Varta-Übernahme: Gläubiger sichern Consumer-Sparte mit 298-Mio-Debt-Swap

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 20:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Gläubiger übernehmen Varta-Konsumentensparte, Dürr streicht 500 Stellen, Burda bündelt Geschäfte. Ein Überblick über die aktuellen Umstrukturierungen.

Varta, Dürr, Burda: Traditionsfirmen im tiefgreifenden Wandel
Modernes Industrie-Büro mit Bauplänen und technischer Ausrüstung, symbolisiert betriebliche Umstrukturierungen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Mehrere deutsche Traditionsunternehmen haben diese Woche tiefgreifende Veränderungen angekündigt. Beim Batterienhersteller Varta übernehmen Gläubiger die Kontrolle über das profitable Konsumentengeschäft. Der Anlagenbauer Dürr streicht weltweit 500 Stellen. Und der Medienkonzern Burda bündelt Verlags- und Digitalgeschäft unter neuer Führung.

Gläubiger übernehmen Varta-Consumer-Sparte

Eine Gruppe von Gläubigern – darunter die Deutsche Bank sowie die Investmentfirmen Blantyre, Bluebay und Whitebox – übernimmt die profitable Consumer-Sparte von Varta. Die Transaktion läuft über einen sogenannten Debt-to-Equity-Swap: Aus Forderungen wird Eigenkapital.

Die Gläubiger halten Forderungen von insgesamt 298 Millionen Euro. Rund 180 Millionen Euro davon entfallen auf die übernommene Sparte für Haushaltsbatterien. Diese wird nun aus dem Konzern herausgelöst. 2024 erwirtschaftete der Bereich 363,5 Millionen Euro Umsatz und ein bereinigtes EBITDA von 60,5 Millionen Euro.

Ein alternatives Angebot des Unternehmens Allswiss, das eine vollständige Befriedigung der Gläubiger vorsah, wurde abgelehnt. Während das Konsumentengeschäft vorerst gesichert scheint, bleibt die Zukunft der Industrie- und Mikrosparten sowie der Standorte in Ellwangen und Dischingen ungewiss. Dem Restkonzern droht weiterhin die Insolvenz.

Dürr streicht 500 Stellen bei BBS Automation

Der Maschinen- und Anlagenbauer Dürr baut bei seiner Tochter BBS Automation weltweit rund 500 Stellen ab. Rund 200 davon entfallen auf deutsche Standorte. Grund ist die schwache Nachfrage aus der Automobilindustrie.

Ab dem kommenden Jahr will der Konzern durch ein Effizienzprogramm jährlich 30 Millionen Euro einsparen. Für das laufende Jahr rechnet Dürr jedoch mit Restrukturierungskosten zwischen 40 und 50 Millionen Euro. Hinzu kommt eine Wertminderung auf den Firmenwert von bis zu 100 Millionen Euro.

Trotz dieser Belastungen bestätigte das Management die Konzernprognose für das Gesamtjahr. Das langfristige Umsatzziel für BBS Automation wurde jedoch nach unten korrigiert: Statt ursprünglich 800 Millionen Euro sollen es im Jahr 2030 nun über 600 Millionen Euro sein.

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Burda bündelt Verlags- und Digitalgeschäft

Das Medienhaus Burda stellt sich neu auf. Der klassische Burda-Verlag und der Digitalpublisher BurdaForward kommen unter eine gemeinsame Führung. Stefan Ottlitz wird Chief Digital Officer, Rebecca Gottwald verantwortet als Chief AI Officer die Bereiche Künstliche Intelligenz. Ab Oktober übernimmt Wiebke Meeder als Chief Revenue Officer die Erlösstrategien.

Mit der Zusammenführung reagiert das Medienhaus auf den fortschreitenden digitalen Wandel in der Branche.

Lufthansa bündelt IT-Kompetenzen

Bereits Anfang Juli startete die Lufthansa eine neue Strategie zur Bündelung ihrer internen IT-Dienste. In der neu gegründeten Gesellschaft Lufthansa Group IO werden die Einheiten Lufthansa Industry Solutions und Lufthansa Systems zusammengeführt. Für das externe Geschäft bleiben beide eigenständig.

Ziel: mehr Effizienz und eine bereinigte EBIT-Marge von 8 bis 10 Prozent.

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Milliarden-Fusion in der Aufzugsbranche

In der Aufzugsbranche zeichnet sich eine marktbeherrschende Fusion ab. Der Wettbewerber Kone übernimmt die Sparte TK Elevator für rund 29,4 Milliarden Euro. Der Schweizer Konkurrent Schindler hat bereits angekündigt, das Vorhaben anzufechten. Grund: Durch den Zusammenschluss entstünde ein neuer Marktführer mit einem Anteil von rund 30 Prozent. Die Kartellbehörden entscheiden voraussichtlich Mitte nächsten Jahres.

Verschärfte Regeln für Banken

Seit April gelten zudem neue regulatorische Anforderungen für Banken in Europa. Durch die Umsetzung der CRD-VI-Richtlinie müssen Erwerbe wesentlicher Beteiligungen oder Übertragungen von Vermögenswerten künftig angezeigt und genehmigt werden. Das dürfte M&A-Prozesse im Bankensektor künftig stark formalisieren.

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