Lemke, Reform

Lemke kritisiert geplante Reform der EU-Fluggastrechte

08.04.2025 - 05:00:00 | dts-nachrichtenagentur.de

Verbraucherschutzministerin Steffi Lemke (GrĂŒne) wendet sich gegen in BrĂŒssel diskutierte PlĂ€ne, FluggĂ€sten kĂŒnftig erst ab einer VerspĂ€tung von fĂŒnf Stunden eine EntschĂ€digung der Airline zuzugestehen.

Passagiere vor Informationstafel am Frankfurter Flughafen - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Passagiere vor Informationstafel am Frankfurter Flughafen - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
"Der aktuelle Vorschlag wĂŒrde de facto die derzeitigen Fluggastrechte aushebeln und damit die Rechte der Verbraucher massiv schwĂ€chen", sagte Lemke dem Tagesspiegel (Dienstagsausgabe). Dass bei FlĂŒgen erst ab fĂŒnf Stunden eine EntschĂ€digung gezahlt werden solle, sei nicht hinnehmbar. "Damit wĂŒrden bis zu 80 Prozent der FluggĂ€ste bei VerspĂ€tungen leer ausgehen." Die geschĂ€ftsfĂŒhrende Verbraucherschutzministerin reagiert damit auf PlĂ€ne der polnischen EU-RatsprĂ€sidentschaft, die EU-Fluggastrechteverordnung aus dem Jahr 2004 zu ĂŒberarbeiten.

Diese sieht vor, dass Passagiere von ihren Airlines bei einer VerspĂ€tung von mindestens drei Stunden bei einer FluglĂ€nge unter 1.500 Kilometern bis zu 250 Euro erhalten. Bei mehr als 1.500 Kilometern sind es 400 Euro. Bei Fernreisen ĂŒber 3.500 Kilometern werden bis zu 600 Euro EntschĂ€digung fĂ€llig. Die polnische Regierung will einen Änderungsvorschlag der EU-Kommission aus dem Jahr 2013 umsetzen, wonach es je nach Entfernung erst ab einer VerspĂ€tung von fĂŒnf, neun oder zwölf Stunden eine EntschĂ€digung geben soll. "Es kann nicht sein, dass VerspĂ€tungen von bis zu fĂŒnf Stunden zum Normalfall erklĂ€rt werden", sagte Lemke. Die europĂ€ischen Airlines kritisieren die bestehenden Regelungen, bei denen die EntschĂ€digungen oft oberhalb des Ticketpreises liegen, schon lange als unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸig. Bei den Verbrauchern stoßen sie damit auf UnverstĂ€ndnis. Laut einer Forsa-Umfrage fĂŒr den Bundesverband der Verbraucherzentrale (VZBV) wĂŒnschen sich 90 Prozent von ihnen, dass sie bei VerspĂ€tungen und FlugausfĂ€llen angemessen entschĂ€digt werden. "Die drohenden Änderungen der Fluggastrechte wĂ€ren eine ziemliche Bruchlandung fĂŒr die geltenden Rechte der Flugreisenden", sagte Jutta Gurkmann, Bereichsleiterin Verbraucherpolitik des VZBV, dem Tagesspiegel. Sie fordert die kĂŒnftige Bundesregierung auf, sich in BrĂŒssel dafĂŒr einzusetzen, "das bestehende Schutzniveau gesetzlich zu verankern und auszuweiten".

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