Verfahren, Argentiniens

Verfahren gegen Argentiniens PrÀsidenten Milei eingestellt

Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 13:20 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die argentinische Justiz hat das Verfahren gegen PrĂ€sident Javier Milei wegen der mutmaßlichen Verwicklung in einen KryptowĂ€hrungsskandal eingestellt.

Die angezeigten VorfĂ€lle fielen unter keinen Straftatbestand, begrĂŒndete der zustĂ€ndige Bundesrichter Marcelo MartĂ­nez de Giorgi die Entscheidung.

Milei war im Vorjahr vorgeworfen worden, die Krypto-WĂ€hrung $LIBRA in den sozialen Medien beworben zu haben, deren Wert nur Stunden spĂ€ter einbrach. Anleger verloren SchĂ€tzungen zufolge ĂŒber 200 Millionen US-Dollar. Teile der Opposition hatten ein Amtsenthebungsverfahren gefordert.

"Die Welt will in Argentinien investieren. $LIBRA", schrieb der libertĂ€re Staatschef des sĂŒdamerikanischen Landes damals auf der Plattform X. Stunden spĂ€ter löschte er den Beitrag wieder. "Ich kannte die Details des Projekts nicht, und nachdem ich davon erfahren hatte, habe ich beschlossen, es nicht weiter zu bewerben", teilte er spĂ€ter mit.

Aus Sicht von Kritikern hatte Milei damit einen Handel durchgefĂŒhrt, der als "Rug Pull" bekannt ist - eine Betrugsmasche im Kryptobereich.

Keine ausreichenden Anhaltspunkte

Der Richter sieht nun hingegen keine ausreichenden Anhaltspunkte, um eine strafrechtliche Anklage wegen Betrugs, Amtsmissbrauchs oder sonstiger mit dem öffentlichen Amt unvereinbarer Handlungen zu erheben - eine Ansicht, die zuvor bereits die Staatsanwaltschaft vertreten hatte.

Ermittelt wurde auch gegen Karina Milei (53), die Schwester des Staatschefs, die als GeneralsekretÀrin des PrÀsidialamtes fungiert, sowie gegen weitere Personen.

Opposition mit harscher Kritik

Der gerade 56 Jahre alt gewordene Milei meldete sich nach Bekanntwerden der Entscheidung zu Wort: Diese entlarve eine "enorme politische und mediale Operation, deren einziges Ziel darin bestand, das Amt des PrĂ€sidenten aus politischen, putschistischen GrĂŒnden zu beschĂ€digen". Die Justiz habe jetzt die Dinge wieder ins Lot gebracht. "Wer entschĂ€digt mich fĂŒr ein Jahr, acht Monate und neun Tage voller LĂŒgen, Verleumdungen und Beleidigungen?", fragte er rhetorisch auf X.

Kritik gab es seitens der Opposition: "In unserem Land gibt es keine Gerechtigkeit. Die Justiz wird von einer Mafia beherrscht, die im Dienste der Macht steht", schrieb die linksperonistische Nachwuchsorganisation "La CĂĄmpora" auf X. Diese steht der einstigen Staatschefin Cristina FernĂĄndez de Kirchner nahe, die sich derzeit aufgrund einer Verurteilung wegen Korruption in Hausarrest befindet.

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