Verivox, Vertragswechsel

Verivox: Haushalte können jährlich über 3.000 Euro sparen

Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 06:35 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Ein konsequenter Vergleich von Energie, Versicherungen und Telekommunikationsverträgen kann Haushalte nach Einschätzung von Verivox deutlich entlasten. Der Portalchef warnt zugleich vor einer vorsichtigeren Kreditvergabe durch Banken.

Vertragskosten und Kreditvergabe im Fokus

  • Verivox-Chef Daniel Puschmann nennt Strom, Gas, Versicherungen sowie Internet- und Handyverträge als relevante Vergleichskategorien.
  • Nach den Energieanbieter-Pleiten von 2022 verweist Puschmann auf zusätzliche Schutzmechanismen für Kunden.
  • Im Ratenkreditgeschäft erhält laut Puschmann etwa jeder Vierte unter den aktuellen Bedingungen keinen Kredit mehr, der ihn vor drei Jahren noch bekommen hätte.
Moderne Stromzähler (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Verivox sieht hohe Einsparungen durch Vertragswechsel

Ein durchschnittlicher Haushalt in Deutschland kann durch konsequentes Vergleichen und Wechseln von Verträgen nach Einschätzung von Verivox-Chef Daniel Puschmann jährlich etwas mehr als 3.000 Euro sparen. Gegenüber der Funke-Mediengruppe sagte Puschmann, über alle vom Vergleichsportal erfassten Kategorien hinweg zahlten geschätzte 70 Prozent der Verbraucher mehr als nötig.

Strom, Gas und Versicherungen im Blick

Zu den Bereichen mit Einsparpotenzial zählt Puschmann die Autoversicherung, Strom- und Gasverträge sowie Internet- und Handyverträge. Gerade bei Energieverträgen zahlten Bestandskunden häufig mehr, während Neukunden günstigere Konditionen erhielten.

Wenn Verbraucher regelmäßige Preiserhöhungen akzeptierten, würden Anbieter dies ausnutzen, sagte Puschmann. Im deutschen Strom- und Gasmarkt gebe es einen funktionierenden Wettbewerb, den Verbraucher durch einen Wechsel nutzen könnten.

Versorgung bleibt beim Wechsel abgesichert

Die Sorge, nach einem Anbieterwechsel plötzlich ohne Strom oder Gas dazustehen, bezeichnete Puschmann als unbegründet. Der Markt sei gut reguliert; niemand stehe plötzlich ohne Versorgung da. Ein Wechsel sei innerhalb weniger Minuten erledigt, und ein günstiger Anbieter sei nicht automatisch riskanter als ein teurer.

Nach den Pleiten mehrerer Energieversorger im Jahr 2022 seien zusätzliche Schutzmechanismen eingeführt worden. Beende ein Lieferant seine Tätigkeit, müsse er dies der Bundesnetzagentur mindestens drei Monate vorher anzeigen und betroffene Kunden informieren.

Mehr Finanzwissen gefordert

Puschmann sieht zugleich Nachholbedarf bei der finanziellen Bildung. Viele Menschen blieben aus Unsicherheit in teuren Verträgen, obwohl ein Wechsel unkompliziert sein könne.

Im Ratenkreditgeschäft beobachte Verivox eine vorsichtigere Vergabe durch Banken. Etwa jeder Vierte, der vor drei Jahren noch einen Kredit erhalten hätte, bekomme unter den aktuellen Bedingungen keinen mehr.

Die Aussage des Verivox-Chefs fällt in eine Phase, in der viele Haushalte ihre laufenden Kosten besonders genau prüfen. Strom- und Gaspreise hängen nicht nur vom Verbrauch ab, sondern auch von Wohnort, Vertragsmodell, Preisgarantie, Bonusregelungen und den regionalen Netzentgelten. Deshalb kann ein Wechsel je nach Haushalt deutlich unterschiedlich ausfallen.

Besonders relevant ist der Unterschied zwischen Neu- und Bestandskunden. Ein zunächst günstiger Vertrag kann nach Ablauf einer Preisbindung oder eines Bonuszeitraums deutlich teurer werden. Verbraucher sollten deshalb den Gesamtpreis über die gesamte Vertragslaufzeit, Kündigungsfristen, Preisänderungsklauseln und die Bedingungen für Boni vergleichen.

Wechsel ohne Versorgungslücke

Beim Strom- und Gaswechsel bleibt die Versorgung grundsätzlich über die gesetzlich geregelte Ersatzversorgung abgesichert, falls ein Lieferant ausfällt. Ein Anbieterwechsel beseitigt jedoch nicht automatisch jede Kostenfalle: Abschlagszahlungen, Verbrauchsschätzungen und Vertragsbedingungen müssen weiterhin kontrolliert werden.

Kredite werden vorsichtiger vergeben

Die im Interview genannte vorsichtigere Kreditvergabe verweist auf eine zweite Belastung für private Haushalte. Wer höhere laufende Vertragskosten mit einem Ratenkredit ausgleichen muss, kann bei strengeren Prüfungen und höheren Finanzierungskosten schneller an Grenzen stoßen. Ein Tarifwechsel kann daher die monatliche Belastung senken, ersetzt aber keine Prüfung der eigenen Einnahmen, Ausgaben und Rücklagen.

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