Verpackungsgesetz, Recyclingziele

Verpackungsgesetz: Recyclingziele von 95% ab 2028 für Metalle

21.06.2026 - 19:47:49 | boerse-global.de

Der Bundestag verabschiedet das VerpackDG mit ambitionierten Recyclingzielen für Metalle und Kunststoffe bis 2028.

Neues Verpackungsgesetz: Strengere Recyclingquoten ab 2028
Verpackungsgesetz - Nahaufnahme von modernen, nachhaltigen Verpackungsmaterialien mit Fokus auf Textur und umweltfreundliches Design. 21.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Damit wird die EU-Verpackungsverordnung PPWR in nationales Recht überführt – und das mit Tempo. Bereits ab August sollen wesentliche EU-Vorgaben gelten.

Hersteller brauchen künftig eine Zulassung. Die Recyclingziele sind ambitioniert: Ab 2028 müssen bei Aluminium und Eisenmetallen 95 Prozent erreicht werden. Bei Kunststoffverpackungen liegt die Quote bei 75 Prozent, wovon 70 Prozent werkstofflich verwertet werden müssen. Eine weitere Novelle mit Vorgaben zu recyclinggerechtem Design und Getränke-Pooling-Systemen ist bereits für den Herbst geplant.

Druckverfahren sparen CO?

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Um diese Anforderungen zu erfüllen, optimieren Hersteller ihre Produktion. Der Verpackungsspezialist Südpack setzt auf den sogenannten 7C-Flexodruck. Durch die Erweiterung des Standard-Farbraums um Orange, Grün und Violett lassen sich über 85 Prozent der Pantone-Farben ohne Sonderfarben umsetzen.

Das Verfahren mit dem Namen „Sustainable Print Quality“ reduziert Abfall, Lösemittel und Energieverbrauch. Eine zertifizierte Lebenszyklusanalyse bescheinigt eine CO?-Einsparung von bis zu 18 Prozent.

Parallel bringen Chemieunternehmen wie Ningbo Inno Pharmchem neue Hilfsmittel auf den Markt. Dazu gehören APEO-freie Verdickungsmittel für den Textildruck und formaldehydfreie Pigmentdruckverdicker. Sie ermöglichen eine präzisere Dosierung und steigern die Prozesseffizienz.

Maschinenbauer im Umbruch

Die Nachfrage nach nachhaltigen Lösungen treibt auch das Geschäft mit Papiertütenmaschinen an. Branchenanalysten beziffern das globale Marktvolumen auf rund 467,78 Millionen US-Dollar – mit einem jährlichen Wachstum von etwa sechs Prozent bis 2032. Führende Akteure sind W&H Paper Systems, HolwegWeber und Newlong Machine Works. Auch der Markt für Inline-Druckmaschinen wächst, angetrieben von Anbietern wie Heidelberger Druckmaschinen, Bobst und Koenig & Bauer.

Doch der Wandel ist für etablierte Hersteller auch eine Belastung. Die Heidelberger Druckmaschinen AG steckt in der Restrukturierung. Für das Geschäftsjahr 2026/27 rechnet der Vorstand mit einem Nettoverlust im niedrigen zweistelligen Millionenbereich. Das Unternehmen baut mehr als 550 Stellen ab und verlagert Produktionskapazitäten nach China und Nordmazedonien.

Gleichzeitig sicherte sich der Konzern finanziellen Spielraum: Ein Konsortialkredit über 436 Millionen Euro wurde bis 2030 verlängert. Ziel ist es, den Umsatz außerhalb des klassischen Druckgeschäfts deutlich auszubauen.

Neue Wege für schwer recyclebare Kunststoffe

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Ein Schwerpunkt der Forschung liegt auf Verbundmaterialien und weichen Kunststoffen – wie sie in Kaffeebeuteln oder Chipstüten stecken. Das internationale Projekt „InFACT“ mit Partnern wie Nestlé, Interzero und Total Energies untersucht bis 2028 neue Wege, um Haushaltsabfälle aus Kunststoff hochwertig zu recyceln. Aktuell liegen die Recyclingquoten in diesem Segment bei weniger als 15 Prozent.

Die niederländische Organisation TNO präsentierte mit der Möbius-Plattform ein selektives Lösungsmittel-Recyclingverfahren für Kunststoffe, die mechanisch nicht verwertbar sind. Solche Innovationen gewinnen auch vor dem Hintergrund der EU-Altauto-Verordnung an Relevanz, die künftig einen Rezyklatanteil von 15 Prozent in Neumodellen vorschreibt.

Dass nachhaltiges Design bereits heute marktfähig ist, zeigte sich auf der Messe interpack 2026: Die Toppan-Tochter Irplast wurde dort für einen vollständig recyclebaren Mono-PP-Retortbeutel ausgezeichnet. Er kommt ohne Aluminiumschicht aus – und hält dennoch hohen thermischen Belastungen stand.

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