ROUNDUP, Hamas

Hamas droht mit Tötung von Geiseln

07.03.2025 - 06:00:04 | dpa.de

VerschÀrfte Drohungen lassen die Waffenruhe zwischen Israel und der islamistischen Hamas immer fragiler erscheinen.

Nach der ultimativ "letzten Warnung" des US-PrĂ€sidenten Donald Trump an die Hamas, alle Geiseln sofort freizulassen, droht die Terrororganisation ihrerseits fĂŒr den Fall einer Wiederaufnahme der KĂ€mpfe mit der Tötung von Verschleppten. "Jegliche Eskalation der Aggression" gegen das palĂ€stinensische Volk werde zur Tötung einer Reihe von Geiseln fĂŒhren, sagte Hamas-Sprecher Abu Obeida.

Er hoffe, dass die Situation durch Verhandlungen gelöst werden könne, sagte der US-Sondergesandte Steve Witkoff. "Falls der Dialog nicht funktioniert, dann ist die Alternative fĂŒr die Hamas keine so gute Alternative", sagte er zu Reportern. Witkoff deutete dabei ein mögliches gemeinsames Vorgehen der USA und Israels gegen die Hamas an, sollte die Terrorgruppe nicht alle Geiseln freilassen. "Ich denke, es werden einige Maßnahmen ergriffen", sagte Witkoff vor dem Weißen Haus. "Das könnte gemeinsam mit den Israelis geschehen."

US-Gesandter Witkoff hofft auf diplomatische Lösung

Die Hamas habe die Möglichkeit, "vernĂŒnftig zu handeln, das Richtige zu tun und dann zu gehen", fĂŒgte Witkoff hinzu. Die islamistische Terrororganisation werde den Gazastreifen nicht lĂ€nger regieren.

Nach Informationen der "Washington Post" waren kĂŒrzlich bei GesprĂ€chen zwischen Vertretern der USA und der Hamas in Katar mehrere Optionen erörtert worden, darunter eine zweimonatige VerlĂ€ngerung der Waffenruhe und eine Wiederaufnahme der humanitĂ€ren Hilfe fĂŒr den Gazastreifen im Gegenzug fĂŒr die Freilassung lebender Geiseln. Die US-Regierung hat direkte GesprĂ€che mit der Hamas ĂŒber die Geiseln bestĂ€tigt. FrĂŒhere US-Regierungen hatten direkte GesprĂ€che mit Organisationen, die sie als terroristisch einstuften, offiziell stets vermieden.

Trump stellte der Hamas ein Ultimatum. Die Islamistenorganisation mĂŒsse sofort alle israelischen Geiseln und auch alle Leichen von EntfĂŒhrten ĂŒbergeben, "oder es ist vorbei fĂŒr Euch", schrieb der US-PrĂ€sident auf seiner Plattform Truth Social. "Ich schicke Israel alles, was es braucht, um die Sache zu Ende zu bringen. Kein einziges Hamas-Mitglied wird sicher sein, wenn Ihr nicht tut, was ich sage."

Noch 24 lebende Geiseln in Gaza

Nach israelischen Informationen werden noch 24 lebende Geiseln und 35 Leichen von Verschleppten im Gazastreifen festgehalten. Unter den Überlebenden ist israelischen Angaben zufolge ein junger Soldat, der neben der israelischen auch die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt. Die Angehörigen der EntfĂŒhrten befĂŒrchten, dass die Zeit fĂŒr die um ihr Leben bangenden Geiseln bald ablĂ€uft.

Um Druck auf die Islamistenorganisation auszuĂŒben, hatte Israel nach dem Ablauf der ersten Phase der Waffenruhe-Vereinbarung mit der Hamas einen vollstĂ€ndigen Stopp der Hilfslieferungen nach Gaza verhĂ€ngt. Das trifft vor allem die notleidende palĂ€stinensische Zivilbevölkerung in dem von schweren KriegsschĂ€den, Armut und Nahrungsmittelmangel gezeichneten KĂŒstengebiet.

Auch Israel droht der Hamas

Israels Regierung will, dass die Hamas einer VerlĂ€ngerung der ersten Phase der Waffenruhe zustimmt - und droht damit, den Krieg ohne die Freilassung weiterer Geiseln von Neuem zu beginnen. Die Hamas lehnt eine VerlĂ€ngerung der ersten Phase des Abkommens ab und will zur zweiten Phase ĂŒbergehen, die das Ende des Krieges und den vollstĂ€ndigen Abzug der israelischen Truppen vorsieht.

Deutscher Botschafter kritisiert Lieferstopp

Der deutsche Botschafter in Israel, Steffen Seibert, kritisierte Israels Stopp fĂŒr Hilfslieferungen. "Die Grenze jetzt wieder dicht zu machen fĂŒr die internationale humanitĂ€re Hilfe steht nach unserer Überzeugung nicht im Einklang mit Israels völkerrechtlichen Verpflichtungen", sagte er der "Rheinischen Post". Er warnte davor, die Bevölkerung des KĂŒstenstreifens mit der Hamas gleichzusetzen.

"Es kann nicht richtig sein, die notleidende Bevölkerung von Gaza pauschal den Preis fĂŒr die entsetzlichen Verbrechen der Hamas bezahlen zu lassen", sagte Seibert. Die Terrororganisation zweige einen Teil der Hilfslieferungen ab und profitiere davon. "Dagegen muss vorgegangen werden - aber die Menschen brauchen UnterstĂŒtzung."

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