Bayern, Deutschland

Munich Re: hoher Gewinn dank ausgebliebener Katastrophen

12.05.2026 - 10:21:22 | dpa.de

Versicherungen leben vom Geschäft mit Krankheit, Unfällen und Katastrophen. Die Munich Re profitiert von einem weitgehend katastrophenfreien Jahresauftakt.

Die Skulptur «Walking Man» vor einem Verwaltungsgebäude der Munich Re. Für den Dax-Konzern liefen die Geschäfte im ersten Quartal erfreulich. (Symbolbild)  - Foto: Peter Kneffel/dpa
Die Skulptur «Walking Man» vor einem Verwaltungsgebäude der Munich Re. Für den Dax-Konzern liefen die Geschäfte im ersten Quartal erfreulich. (Symbolbild) - Foto: Peter Kneffel/dpa

Ein Jahresauftakt ohne große Waldbrände, Erdbeben oder einen verheerenden Sturm hat dem Rückversicherer Munich Re einen Gewinnsprung beschert: Im ersten Quartal stieg der Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahr um über die Hälfte auf 1,7 Milliarden Euro. Ursache waren ausgebliebene Großschäden, wie der Münchner Dax-Konzern mitteilte. Vor einem Jahr waren die wochenlangen Brände in und um Los Angeles das Unternehmen teuer zu stehen gekommen.

Der Zufall hilft

Da es in den ersten drei Monaten dieses Jahres keine vergleichbaren Katastrophen gab, sanken die Zahlungen an die Kunden für Großschäden von einer Milliarde auf 130 Millionen Euro – «zufallsbedingt», wie das Unternehmen in seiner Quartalsmitteilung schrieb. Nicht nur die Zahlungen für Naturkatastrophen lagen mit 55 Millionen Euro deutlich unter dem Vorjahreswert von 757 Millionen Euro. Auch die Kosten menschengemachter Großschäden sanken von 251 auf 75 Millionen Euro. Kunden von Rückversicherern sind Erstversicherungen wie die Allianz oder die französische Axa, die sich ihrerseits gegen Risiken absichern wollen.

Trump-Effekt senkt den Umsatz

Deutlich sichtbar ist in den Geschäftszahlen der Munich Re aber ein anderer menschengemachter Effekt: die maßgeblich auf US-Präsident Donald Trump zurückgehende Schwäche des Dollars. Da viele Rückversicherungsverträge in Dollar abgeschlossen werden, hat ein niedriger Dollarkurs große Auswirkungen: Der Konzernumsatz aus Versicherungsverträgen sank um fast 800 Millionen Euro auf 15 Milliarden Euro, vor allem wegen negativer Währungseffekte.

Bei der hauptsächlich in Deutschland und europäischen Nachbarländern tätigen Erstversicherungstochter Ergo verlief die Entwicklung umgekehrt: Der Gewinn sank zwar leicht von 241 auf 235 Millionen Euro, doch dafür stieg der Versicherungsumsatz von knapp 5,6 auf knapp 5,7 Milliarden Euro. 

Niedrige Katastrophenschäden auf Dauer nicht gut für Versicherer

Vorstandschef Christoph Jurecka und seine Vorstandskollegen beließen das Jahresziel unverändert bei einem Konzernergebnis von 6,3 Milliarden Euro. Die Ergebnisse des Konzerns hängen nicht nur im ersten Quartal von den Unbilden der Natur ab. Zudem sind sehr niedrige Naturkatastrophenschäden für Rückversicherer nur kurzfristig erfreulich. Mittelfristig sinken jedoch die Preise, die die Erstversicherer zu zahlen bereit sind. Auch das bekam die Munich Re im ersten Quartal zu spüren: Bei der Erneuerungsrunde der Verträge im April waren die Preise demnach um gut drei Prozent niedriger als ein Jahr zuvor.

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