Pistorius: Debatte ĂŒber Dienstpflicht nach Wahl 2025 nachholen
12.06.2024 - 21:19:18Im ZDF-"heute journal" sagte der SPD-Politiker am Mittwochabend auf die Frage zu seinem Konzept, ob es noch zeitgemÀà sei, dass nur MĂ€nner verpflichtet werden sollen, einen Fragebogen zu beantworten: "Nein, das ist es nicht, um das klar zu sagen. Aber jeder andere Schritt wĂŒrde bedeuten, dass wir ans Grundgesetz ran mĂŒssen." Eine solche Debatte sei im Jahr vor der Bundestagswahl aber nur schwer sachlich zu fĂŒhren. Ein Ergebnis wĂ€re noch in dieser Wahlperiode unwahrscheinlich. Wichtiger sei ihm daher das, was er nun vorgelegt habe. "Alles andere wird man in der nĂ€chsten Wahlperiode zwingend nachholen mĂŒssen. Davon bin ich ĂŒberzeugt."
Pistorius will aus dem Pool von 400 000 Kandidaten eines Jahrgangs sollen damit von 2025 an jĂ€hrlich zunĂ€chst 5000 zusĂ€tzliche Wehrpflichtige, spĂ€ter auch mehr gewinnen. Das neue Modell soll aus Grundwehrdienst von sechs Monaten mit einer Option fĂŒr zusĂ€tzlichen freiwilligen Wehrdienst bis zu zusĂ€tzlichen 17 Monaten bestehen. Dazu wird eine verpflichtende Erfassung eingefĂŒhrt, in der junge MĂ€nner ihre Bereitschaft und FĂ€higkeit zu einem Wehrdienst benennen mĂŒssen - und junge Frauen dies tun können.
"Wir gehen nach allem, was wir wissen, davon aus, dass die Zahl der Freiwilligen allemal ausreicht, um die KapazitĂ€ten zu fĂŒllen, die wir haben", sagte der Minister weiter im ZDF. EinschrĂ€nkende Faktoren seien derzeit auch die sehr stark geschrumpften Ausbildungs- und UnterbringungskapazitĂ€ten bei der Truppe.
Pistorius warf der Union vor, fĂŒr den jetzigen Zustand der Bundeswehr verantwortlich zu sein. Die Wehrerfassung sei "komplett zerschlagen" worden, beklagte der Minister. Es gebe keine KreiswehrersatzĂ€mter, keine Musterungsstrukturen, keine AusbildungskapazitĂ€ten.

