Pistorius, Erlaubnis

Pistorius zurĂŒckhaltend zur Erlaubnis fĂŒr Angriffe auf russische Ziele

29.05.2024 - 17:26:30 | dpa.de

Verteidigungsminister Boris Pistorius hat sich zurĂŒckhaltend zur Diskussion geĂ€ußert, der Ukraine den Einsatz von Waffen auf russischem Gebiet zu erlauben, die von Deutschland geliefert wurden.

"Klar sollte sein im Interesse auch militĂ€rischer Taktik und Strategie, dass man nicht öffentlich darĂŒber diskutiert, was geht, was erlaubt ist und was wir möchten oder sehen möchten oder nicht", sagte der SPD-Politiker am Mittwoch beim Besuch der Flugabwehrraketengruppe 21 in Sanitz in Mecklenburg-Vorpommern, die das Waffensystem Patriot einsetzt.

Er fĂŒgte hinzu: "Das Völkerrecht lĂ€sst das alles zu. Was dann im Einzelnen geregelt ist zwischen den Staaten, das hat der Kanzler gestern gesagt, ist eine Regelung zwischen den Staaten." Er wolle die Diskussion gerne aus der Öffentlichkeit heraushalten, sagte Pistorius. "Ich glaube nicht, dass der Kreml uns offenlegt, wozu er bereit ist, an welcher Stelle welche Waffen einzusetzen."

Zu einer möglichen Ausbildung ukrainischer Soldaten durch deutsche Soldaten in dem von Russland angegriffenen Land Ă€ußerte sich Pistorius ablehnend. "Der Mehrwert, den ich nicht sehe, steht in keinem VerhĂ€ltnis zum Risiko und zum Aufwand, der betrieben werden mĂŒsste und deswegen ist das fĂŒr uns keine Option", sagte er.

Er habe am Rande der bilateralen GesprĂ€che mit der französischen Regierung am Vortag zudem nicht den Eindruck gewonnen, als sei in Paris schon entschieden, dass die Franzosen auf ukrainischem Territorium Ausbildung vornehmen wĂŒrden, sagte Pistorius. "Aber selbst wenn das so wĂ€re, wĂ€re das eine französische Entscheidung." Ihm habe "noch niemand erklĂ€ren konnte, wo der große Vorteil, wo der Mehrwert darin liegen wĂŒrde, eine Ausbildung auf ukrainischem Territorium vorzunehmen", sagte der Minister. Im Zweifel mĂŒsse man Luftverteidigung einsetzen, "um Ausbildung zu schĂŒtzen, die sie sicherer in zwei Flugstunden Entfernung in Deutschland oder in Polen machen können". Bei allen spezialisierten Ausbildungen wĂŒrde zudem das GerĂ€t in Gefahr gebracht.

Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron hatte sich am Vortag nach einem GesprĂ€ch mit Kanzler Olaf Scholz (SPD) auf Schloss Meseberg bei Berlin dafĂŒr starkgemacht, der Ukraine zu erlauben, militĂ€rische Stellungen auf russischem Territorium mit westlichen Waffen anzugreifen. Scholz Ă€ußerte sich weniger klar als Macron zu der Frage, ließ aber durchblicken, dass er keine rechtlichen EinwĂ€nde gegen ein solches Vorgehen hĂ€tte. Scholz hat allerdings immer betont, dass Deutschland sich nicht direkt an dem Krieg gegen Russland beteiligen wird.

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