Pistorius: Weltweit stehen Demokratien unter Druck
18.07.2024 - 06:09:09 | dpa.deJahrestag des versuchten Hitler-Attentats vom 20. Juli zu einem entschlossenen Eintreten fĂŒr Freiheit und Demokratie aufgerufen. "Immer, wenn Grundwerte unseres Zusammenlebens in Gefahr sind, gilt es aufzustehen und Unrecht anzusprechen. Immer wenn unsere Demokratie leidet, braucht es den Mut, nicht wegzusehen", sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Die Frauen und MĂ€nner, die im Dritten Reich Widerstand geleistet haben, taten dies ohne RĂŒcksicht auf ihr eigenes Leben. Damit sind sie fĂŒr die Bundeswehr und uns alle ein groĂes Vorbild."
Wehrmachtsoffiziere um Claus Schenk Graf von Stauffenberg hatten 1944 versucht, Adolf Hitler mit einer Bombe zu töten und den Zweiten Weltkrieg zu beenden. Stauffenberg und drei Mitverschwörer wurden noch am Abend des Attentats im Innenhof des Bendlerblocks in Berlin erschossen. In den folgenden Wochen und Monaten richteten die Nazis weitere Beteiligte und UnterstĂŒtzer hin oder trieben sie in den Suizid.
FĂŒr die Bundeswehr, das SelbstverstĂ€ndnis der Truppe und das WertegefĂŒge habe der militĂ€rische Widerstand im Dritten Reich "eine unverĂ€ndert hohe Bedeutung", sagte Pistorius. Und: "Wenn der Boden des Grundgesetzes verlassen wird, braucht es Zivilcourage. Unsere StreitkrĂ€fte sind in besonderer Weise, auch dank des Widerstandes vom 20. Juli, einem gewissensgeleiteten Gehorsam verpflichtet. Dies hĂ€lt Bundeswehr wach und lebendig - auch mit Gelöbnissen im öffentlichen Raum, so wie zum 20. Juli oder zum Geburtstag der Bundeswehr im November."
In den StreitkrÀften habe Extremismus jeglicher Art - links, rechts oder religiös - keinen Platz und die PrÀvention sei gestÀrkt worden, sagte Pistorius. "Unsere Demokratie ist stark und wehrhaft. Das haben zum Beispiel die Demonstrationen gegen Rechtsextremismus um den Jahreswechsel gezeigt", sagte er. Gleichzeitig werde die Demokratie deutlich stÀrker angegriffen als in den Jahren zuvor.
"Weltweit stehen Demokratien unter Druck, autokratische und totalitĂ€re KrĂ€fte diskreditieren freiheitliche Staaten mit Desinformationskampagnen, versuchen den gesellschaftlichen Zusammenhalt massiv zu stören. Parteien, die Sympathien fĂŒr autokratische Staaten wie Russland zeigen, gewinnen auch in Deutschland an Zulauf", sagte Pistorius. "Daher muss uns jeden Tag bewusst sein: Freiheit ist keine SelbstverstĂ€ndlichkeit. Sie muss verteidigt werden."
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