Pistorius: MĂŒssen Zivilschutz in Deutschland stĂ€rken
08.03.2024 - 10:57:12 | dpa.deDies mĂŒsse schnell angegangen werden, "weil natĂŒrlich der Schutz der Bevölkerung, der Zivilschutz, immer die Kehrseite einer militĂ€rischen Bedrohung und der VerteidigungsfĂ€higkeit ist", sagte der SPD-Politiker am Freitag in Helsinki bei einem Treffen mit dem finnischen Verteidigungsminister Antti HĂ€kkĂ€nen.
Der Minister besuchte im Anschluss in Helsinki die Zivilschutzanlage Merihaka, Teil der aufwĂ€ndigen Bunkeranlagen fĂŒr die Bevölkerung. In Friedenszeiten wird Merihaka als Sportzentrum genutzt. Insgesamt gibt es in Bunkeranlagen Helsinkis Platz fĂŒr 900 000 Menschen, mehr als die Stadt Einwohner hat. Dagegen hatte Deutschland nie Bunker-PlĂ€tze fĂŒr alle Einwohner und hat seit Ende des Kalten Krieges die bestehenden Anlagen aus staatlichem Besitz verkauft oder teils auch verfallen lassen.
Selbst im Kalten Krieg habe Deutschland nur BunkerplĂ€tze fĂŒr zehn Prozent der Bevölkerung gehabt, sagte Pistorius. Ăber das Thema werde im Bundeskabinett zu sprechen sein. Pistorius sagte, er sei beeindruckt vom skandinavischen Ansatz einer absoluten, umfassenden Verteidigung ("total defense") und der hohen Zustimmung in den LĂ€ndern zu einer Verteidigung, die aber nicht mit militaristischen oder alarmistischen Tönen daherkomme.
"Russland ist eine langfristige Bedrohung", sagte HĂ€kkĂ€nen mit Blick auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. "Und wir sehen, dass sie mehr UnterstĂŒtzung von Partnern und VerbĂŒndeten bekommen. Sie werden von anderen totalitĂ€ren Staaten unterstĂŒtzt."
Finnland war im April vergangenen Jahres in die Nato aufgenommen worden. Die Entscheidung des Landes fĂŒr einen Beitritt zum BĂŒndnis erfolgte unter dem Eindruck des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine und nachdem Finnland in den Jahrzehnten zuvor groĂen Wert auf militĂ€rische BĂŒndnisfreiheit gelegt hatte. Finnland hat rund 5,5 Millionen Einwohner und eine 1340 Kilometer lange Grenze zu Russland.
Am Donnerstag wurde auch Schweden in die Nato aufgenommen worden. Die Ostsee ist nunmehr - bis auf die KĂŒste der zwischen Litauen und Polen gelegenen russischen Enklave Kaliningrad - vollstĂ€ndig von Nato-Staaten umgeben.
Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.

