EU, Nahrungsmittel

Mercosur-Abkommen nimmt wichtige HĂŒrde in BrĂŒssel

09.01.2026 - 12:35:16

Vertreter der 27 EU-LĂ€nder sollen in BrĂŒssel vorlĂ€ufig den Weg fĂŒr das Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay freigemacht haben.

Laut informierter Kreise kam bei einer Abstimmung am Freitag die erforderliche Mehrheit zustande, bis zum Nachmittag mĂŒsse die jeweilige Zustimmung aber noch aus den EU-HauptstĂ€dten bestĂ€tigt werden. Außerdem muss das Abkommen noch vom EuropĂ€ischen Parlament gebilligt werden, bevor es in Kraft treten kann.

Die neue Freihandelszone wird die weltweit grĂ¶ĂŸte ihrer Art sein und umfasst mehr als 700 Millionen Einwohner. Die Einigung soll durch ZugestĂ€ndnisse an die Agrarlobby ermöglicht worden sein, die die Konkurrenz aus den Mercosur-Staaten als Bedrohung fĂŒr die europĂ€ische Landwirtschaft sieht. Berichten zufolge stimmte Frankreich aber trotzdem noch gegen das Vorhaben.

Das Abkommen sollte ursprĂŒnglich bereits vor Weihnachten in Brasilien unterzeichnet werden, scheiterte jedoch an der fehlenden Zustimmung Frankreichs und Italiens, das weitere UnterstĂŒtzungszusagen fĂŒr europĂ€ische Landwirte forderte. Die neue Freihandelszone wird auch als Zeichen gegen die protektionistische Zollpolitik von US-PrĂ€sident Donald Trump gesehen. Geplant ist, Zölle und Handelsbarrieren zwischen der EU und den Mercosur-Staaten weitestgehend abzubauen. Die EU-Kommission schĂ€tzt, dass das Abkommen die jĂ€hrlichen EU-Exporte nach SĂŒdamerika um bis zu 39 Prozent steigern kann, was mehr als 440.000 ArbeitsplĂ€tze in Europa unterstĂŒtzen soll.

Kritiker befĂŒrchten, dass europĂ€ische Landwirte in einen Preiskampf gezwungen werden könnten und die Regenwaldzerstörung in SĂŒdamerika befeuert wird. Zudem gibt es Bedenken, dass die strengen EU-Standards fĂŒr Lebensmittelsicherheit und Tier- und Pflanzenschutz ausgehöhlt werden könnten. Die EU-Kommission weist diese VorwĂŒrfe zurĂŒck und betont, dass weiterhin nur Produkte, die den europĂ€ischen Vorschriften entsprĂ€chen, in die EU eingefĂŒhrt werden dĂŒrften. Um den Protesten der Bauern entgegenzuwirken, hat die EuropĂ€ische Kommission zusĂ€tzliche Sicherheitsklauseln ausgearbeitet, die bei schĂ€dlichen Importanstiegen Gegenmaßnahmen ermöglichen sollen.

@ dts-nachrichtenagentur.de