Handwerks-VerbÀnde, Entlastungen

Handwerks-VerbÀnde fordern Entlastungen - 'Stimmung wird schlechter'

22.02.2024 - 13:33:27

Vertreter des Handwerks haben die Bundesregierung zu Entlastungen aufgerufen und der Wirtschaftspolitik ein schlechtes Zeugnis ausgestellt.

Die Betriebe spĂŒrten vielfach eine Überforderung, sagte Holger Schwannecke, GeneralsekretĂ€r des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), am Donnerstag. Die Belastung durch Steuern, Abgaben und BĂŒrokratie aufgrund zahlreicher Dokumentationspflichten sei fĂŒr die Handwerksbetriebe zu hoch und lasse ihnen kaum Freiraum. Es brauche dringend Entlastungen, forderte Schwannecke.

Zugleich mahnte er mehr Tempo an: "Wir haben nicht viel Zeit. Es geht um die WettbewerbsfĂ€higkeit dieses Landes." Der PrĂ€sident des Bayerischen Handwerkstages, Franz Xaver Peteranderl, fĂŒgte hinzu, die Stimmung im Handwerk werde immer schlechter. GrĂ¶ĂŸtes Sorgenkind sei derzeit der Wohnungsbau. Peteranderl forderte verlĂ€ssliche Rahmenbedingungen und eine umfassende StĂ€rkung des Standorts Deutschland. Dazu gehöre eine sichere und nachhaltige Energieversorgung zu dauerhaft wettbewerbsfĂ€higen Preisen. Zugleich forderte auch er Steuererleichterungen. Jede zusĂ€tzliche Besteuerung sei fĂŒr die Handwerksbetriebe in der angespannten Lage existenzgefĂ€hrdend, sagte der bayerische HandwerksprĂ€sident. Die Branche trifft sich in der kommenden Woche von Mittwoch bis Freitag in MĂŒnchen zum Kongress "Zukunft Handwerk".

Hoffnung setzt das Handwerk demnach auf das Wachstumschancengesetz. Zum Streit ĂŒber die Ausgestaltung des Gesetzes zur StĂ€rkung der deutschen Wirtschaft sagte Schwannecke, es sei sehr traurig, dass es nicht gelungen sei, das Gesetz auf dem abgeschmolzenen Niveau zu beschließen. "Es wĂ€re ein wichtiges Zeichen gewesen, dass die Politik erkannt hat, dass wir positive Impulse brauchen."

Der Vermittlungsausschuss von Bundesrat und Bundestag hatte am Mittwochabend ein Verhandlungsergebnis mit Änderungen an dem Gesetz angenommen - allerdings ohne die Zustimmung der Union. So ist bislang offen, ob der Bundesrat zustimmt.

Der ZDH vertritt die Interessen von laut eigenen Angaben einer Million Handwerksbetriebe in Deutschland mit rund 5,7 Millionen BeschÀftigten.

@ dpa.de