ROUNDUP, Warnstreik

Fahrer legen mit Warnstreik Busverkehr in Teilen Hessens lahm

25.04.2024 - 15:33:01

Viele FahrgÀste haben am Donnerstag in Hessen vergeblich auf ihre Busverbindungen gewartet.

Mit einem ganztÀgigen Warnstreik bei den privaten Busunternehmen legte die Gewerkschaft Verdi vor allem den Linienverkehr in mittleren StÀdten und auf dem Land lahm.

Nach Informationen des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) blieben die Busse beispielsweise in Hanau, Offenbach und RĂŒsselsheim in den Depots. "Der Warnstreik ist noch besser als erwartet gelaufen", sagte am Nachmittag Verdi-SekretĂ€r Jochen Koppel. 98 Prozent der BeschĂ€ftigten seien dem Streikaufruf gefolgt. Am Freitag soll der Betrieb dann wieder ganz normal laufen, kĂŒndigte der Verdi-Mann an.

Die Gewerkschaft hatte rund 6000 BeschĂ€ftigte privater Busunternehmen, die im Landesverband Hessischer Omnibusunternehmer (LHO) organisiert sind, zur Arbeitsniederlegung aufgerufen, um Druck in die laufenden Tarifverhandlungen zu bringen. Große Anbieter sind mehrere Töchter der Deutschen Bahn, die Frankfurter In-der-City Bus, die Transdev und die Main Mobil Offenbach GmbH. Bestreikt werden laut Verdi Betriebe in Homberg/Efze, Melsungen, Rotenburg, Fulda, Gießen, Frankfurt, Offenbach, Oberursel, Hanau, Nidderau, BĂŒdingen, Weiterstadt, RĂŒsselsheim und Wiesbaden.

In den großen StĂ€dten war von dem Ausstand wenig zu merken, da fĂŒr viele Fahrer in Kassel, Marburg, Darmstadt und Wiesbaden andere TarifvertrĂ€ge gelten und es daher keine AusfĂ€lle gab. In Frankfurt konnten die GĂ€ste trotz fehlender Busse meist auf andere VerkehrstrĂ€ger ausweichen. Einem Sprecher der Verkehrsgesellschaft Traffiq zufolge liegt die Hauptlast des öffentlichen Nahverkehrs auf den S-, U- und Straßenbahnen, die alle regulĂ€r fuhren. "Es gibt ein dicht gestricktes Netz, mit dem man von fast allen Startpunkten irgendwie ans Ziel kommt, teilweise mit etwas lĂ€ngeren Wegen oder Umwegen, aber es funktioniert", sagte der Sprecher.

Enorme Auswirkungen des Warnstreiks meldete die Gesellschaft RhönEnergie in Stadt und Landkreis Fulda. Dort fielen der SchĂŒler- und Linienverkehr vollstĂ€ndig aus. SĂ€mtliche Linien der Verkehrsgesellschaft wĂŒrden bestreikt, sagte ein Sprecher. Die FahrgĂ€ste hĂ€tten sich aber offenbar gut auf die AusfĂ€lle eingestellt. "An den Busbahnhöfen und Stationen standen bislang nur wenige Menschen, die auf einen Bus gewartet haben", berichtete der Sprecher am Mittag. Auch in den Callcentern habe es am Donnerstag nur noch wenige Anrufe gegeben, nachdem am Vortag noch ein sehr hohes Aufkommen registriert worden war. Stark eingeschrĂ€nkt fuhren laut RhönEnergie auch die Linien im Main-Kinzig-Kreis.

Laut Verdi herrscht im privaten Busgewerbe dramatischer Personalmangel. Die Gewerkschaft beklagt ĂŒberlange Schichten, geteilte Dienste, kurze Pausen, zahllose Überstunden und hohe KrankenstĂ€nde. Sie verlangt daher, dass die GehĂ€lter zweimal um jeweils 8,5 Prozent steigen. Zudem soll es einen Inflationsausgleich von 3000 Euro fĂŒr jeden BeschĂ€ftigten geben. Der LHO bot Gehaltserhöhungen in drei Stufen bis 2027 um 9,3 Prozent sowie einen Inflationsausgleich von 1500 Euro an. Die Verdi-Forderungen seien nicht finanzierbar, hob der Verband hervor.

@ dpa.de