Makler, Wettbewerb

Makler: Wettbewerb um HandelsflÀchen in Bestlagen nimmt zu

12.12.2024 - 12:00:36

Viele GeschĂ€fte haben es schwer in Zeiten von Online-Handel und sparsamer Verbraucher. Doch in Bestlagen deutscher StĂ€dte sind große FlĂ€chen umkĂ€mpft. Vor allem eine Branche ist aktiv.

In den Top-Lagen der wichtigsten deutschen EinkaufsstĂ€dte nimmt der Wettbewerb um HandelsflĂ€chen zu. Nach Zahlen des Immobilienspezialisten Jones Lang LaSalle (JLL) sank im zweiten Halbjahr der Anteil verfĂŒgbarer LadenflĂ€chen und GeschĂ€fte in den 1a-Lagen der neun grĂ¶ĂŸten EinkaufsstĂ€dte auf je gut 15 Prozent, etwas weniger als ein Jahr zuvor. 

Das belege die Widerstandskraft des stationĂ€ren Handels auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, sagte Anika Korsos, Expertin fĂŒr Einzelhandelsimmobilien bei JLL. «Zugleich sind die aktuellen Werte aber noch weit von denen vor der Pandemie entfernt, als 11,5 Prozent der Ladenlokale und 7,5 Prozent der LadenflĂ€chen in den Toplagen verfĂŒgbar waren.» 

Die Entwicklung in den Top-Lagen von Metropolen steht im Gegensatz zur Situation des Handels in vielen StĂ€dten, die von Schließungen und Leerstand geprĂ€gt sind. So erwartet der Handelsverband Deutschland (HDE), dass dieses Jahr rund 5.000 GeschĂ€fte dichtmachen.

Modehandel mietet große FlĂ€chen

Die Quote bei JLL umfasst Leerstand, aber auch FlĂ€chen, bei denen der Mietvertrag binnen 18 Monate auslĂ€uft, die im Umbau sind oder fĂŒr die ein Nachmieter gesucht wird. Betrachtet wurden in der Analyse Berlin, DĂŒsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, MĂŒnchen, Stuttgart, Leipzig und Hannover. 

Ein Grund fĂŒr den AufwĂ€rtstrend in den Metropolen seien große, oft internationale ModehĂ€ndler, die verstĂ€rkt FlĂ€chen mit mehr als 1.000 Quadratmetern mieteten, erklĂ€rte JLL. Diese seien aber in Top-Lagen Mangelware. Zugleich wurden in manchen StĂ€dten HandelsflĂ€chen wie frĂŒhere KaufhĂ€user umgewandelt, sodass das Angebot an FlĂ€che sinke.

Trotz aller Widrigkeiten fĂŒr den Handel bleiben die Spitzenmieten hoch, erklĂ€rte JLL weiter. MĂŒnchen mit der Kaufingerstraße sei am teuersten mit 340 Euro pro Quadratmeter und Monat vor Berlin mit der Tauentzienstraße (290 Euro) und der Frankfurter Zeil (270 Euro). Damit liegen die StĂ€dte weit hinter den europĂ€ischen Spitzenreitern: Auf den Champs-ElysĂ©es in Paris lag die Spitzenmiete demnach bei 1.708 Euro je Quadratmeter, rund fĂŒnfmal so viel wie in MĂŒnchen. Es folgten ZĂŒrich mit 905 Euro, Genf (618) und London (586).

@ dpa.de