Deutschland, Bank

Hohe Preise bremsen Sparer: «Notgroschen» oft zu klein

25.10.2025 - 05:00:10

Viele Menschen in Deutschland sparen regelmäßig. Bei finanziellen Engpässen reicht das Geld trotzdem häufig nicht. Dass das so ist, hat vor allem einen Grund.

  • Lebensmittel sind teils deutlich teurer geworden. (Archivbild) - Foto: Sebastian Kahnert/dpa

    Sebastian Kahnert/dpa

  • Deutschland ist traditionell ein Land der Sparer. Doch bei vielen reichen die Rücklagen nur für kurze Zeit. (Symbolbild) - Foto: Arne Immanuel Bänsch/dpa

    Arne Immanuel Bänsch/dpa

  • Sparer hierzulande bevorzugen Giro- und Tagesgeldkonten als Geldparkplätze. Vielfach wird aber auch Bargeld zu Hause verwahrt. (Symbolbild) - Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

    Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Lebensmittel sind teils deutlich teurer geworden. (Archivbild) - Foto: Sebastian Kahnert/dpaDeutschland ist traditionell ein Land der Sparer. Doch bei vielen reichen die Rücklagen nur für kurze Zeit. (Symbolbild) - Foto: Arne Immanuel Bänsch/dpaSparer hierzulande bevorzugen Giro- und Tagesgeldkonten als Geldparkplätze. Vielfach wird aber auch Bargeld zu Hause verwahrt. (Symbolbild) - Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Hohe Preise für alltägliche Dinge bremsen die Sparbemühungen vieler Menschen in Deutschland. Zwar gaben in einer repräsentativen YouGov-Umfrage für die Postbank vier von fünf der 2.004 Befragten an, dass sie regelmäßig Geld zurücklegten. Fast zwei Drittel (62,8 Prozent) der Sparerinnen und Sparer halten ihre Sparleistung allerdings nicht für ausreichend, um etwa finanzielle Engpässe zu überbrücken oder fürs Alter vorzusorgen.

Tatsächlich legen viele nur vergleichsweise kleine Beträge beiseite, wie aus den im September erhobenen Daten hervorgeht: Bei gut 14 Prozent sind es nach eigenen Angaben im Schnitt weniger als 500 Euro im Jahr. 25 Prozent kommen auf 500 Euro bis 2.500 Euro Ersparnisse im Jahr. Bevorzugt werden dabei Giro- und Tagesgeldkonto als Geldparkplätze, jeder Zehnte verwahrt Geld zu Hause.

«Notgroschen» reicht häufig nicht aus

Jeder vierte Sparer (25,8 Prozent) gibt an, mit den gebildeten Rücklagen
höchstens zwei Monate die persönlichen Lebenshaltungskosten bestreiten zu
können. «Ohne ausreichende Rücklagen droht relativ schnell eine finanzielle Schieflage», warnt Ulrich Stephan, Chefanlagestratege Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank, zu der die Postbank gehört. «Ökonomisch sinnvoll wäre ein finanzielles Polster von drei bis sechs Monatsgehältern.»

Dass der «Notgroschen» in vielen Haushalten nicht größer ausfällt, hat einen ganz einfachen Grund: Es ist nicht mehr Geld zum Sparen da. Mehr als die Hälfte (55,8 Prozent) der Sparer, die von sich meinen, nicht ausreichend Rücklagen zu bilden, führen zu hohe Lebenshaltungskosten als Grund dafür an. Bei den Nichtsparern nennen 64 Prozent dies als Grund.

Lebensmittel teils deutlich teurer als vor Corona

Zwar ist die ganz große Teuerungswelle mit Höchstwerten von fast neun Prozent Inflation ausgelaufen, die Deutschland nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine erfasst hatte. Doch viele Preise sind deutlich höher als vor ein paar Jahren: Ökonomen der Europäischen Zentralbank (EZB) haben jüngst errechnet, dass die Lebensmittelpreise in Deutschland seit dem Vor-Corona-Jahr 2019 um 37 Prozent gestiegen sind. 

Im September 2025 zogen die Verbraucherpreise in Deutschland insgesamt wieder etwas stärker an: Mit 2,4 Prozent Inflation verteuerte sich das Leben hierzulande so stark wie nie im laufenden Jahr. Je höhere die Inflationsrate, umso geringer die Kaufkraft der Menschen - und umso geringer die Möglichkeit, Geld auf die hohe Kante zu legen.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Sparkasse Gelsenkirchen nach Millionen-Coup wieder offen. Für Betroffene gibt es eine Servicestelle. Knapp fünf Wochen nach dem spektakulären Millionen-Einbruch ist die Gelsenkirchener Sparkasse wieder offen für Kunden – mit Ausnahme der Schließfächer. (Unterhaltung, 02.02.2026 - 12:30) weiterlesen...

Nach Millionen-Coup: Sparkasse öffnet Kunden-Anlaufstelle. Jetzt öffnet die Sparkasse eine Servicestelle für Schließfachkunden. Nach dem Gelsenkirchener Einbruch mit Millionen-Beute kritisieren Geschädigte fehlende Kommunikation der Bank. (Unterhaltung, 02.02.2026 - 05:00) weiterlesen...

Nach Millionen-Coup: «Ich habe geheult vor Wut». Von sich aus habe die Bank sich erst nach Wochen gemeldet, eine Hotline war ständig besetzt. Nach dem Gelsenkirchener Einbruch mit Millionen-Beute kritisieren Geschädigte die Kommunikation der Bank. (Unterhaltung, 30.01.2026 - 16:12) weiterlesen...

ING will Baukredite mit KI in 30 Minuten prüfen Mit moderner Technik will die Direktbank Baufinanzierungen deutlich beschleunigen und nach einem Gewinnrückgang neue Impulse setzen. (Wirtschaft, 29.01.2026 - 12:30) weiterlesen...

Sewing: Unterstützen Aufklärung der Geldwäschevorwürfe. Konzernchef Sewing verspricht volle Unterstützung bei der Aufklärung. Ausgerechnet am Tag vor der Bilanzvorlage der Deutschen Bank sorgen neue Ermittlungen wegen Geldwäscheverdachts für Aufsehen. (Politik, 29.01.2026 - 09:40) weiterlesen...

Deutsche Bank legt Rekordzahlen vor. Getrübt wird der Geschäftserfolg durch neuerliche Ermittlungen wegen des Verdachts der Geldwäsche. Deutschlands größtes Geldhaus hat im vergangenen Jahr deutlich mehr verdient als ein Jahr zuvor. (Politik, 29.01.2026 - 07:01) weiterlesen...