Wetter verdirbt Garten-Lust - schwieriges Jahr fĂŒr BaumĂ€rkte
25.03.2025 - 10:01:36Die Verunsicherung der Kunden und schlechtes Wetter wĂ€hrend der Gartensaison haben den BaumĂ€rkten im vergangenen Jahr das GeschĂ€ft verdorben. Regen, KĂ€lte und Schneegraupel hĂ€tten die Lust auf Garten-AktivitĂ€ten verhagelt, sagte der Vorstandssprecher des Branchenverbandes BHB, RenĂ© HaĂfeld. «Die Menschen agieren vorsichtig und legen ihr Geld eher fĂŒr zukĂŒnftige Ausgaben beiseite, statt in Konsum zu investieren.»Â
FĂŒr eine Produktgruppe hatte der viele Regen aber sein Gutes. Mit 8,2 Prozent wurde bei Gartenchemie, Erden und Saatgut laut Verband zuletzt das stĂ€rkste und einzig nennenswerte Umsatz-Plus erzielt. NĂ€sse und Schneckenplage hĂ€tten entsprechende Produkte erforderlich gemacht, heiĂt es.Â
GröĂter Verlierer in den Sortimenten waren Fliesen, auch bedingt durch die Baukrise. Die UmsĂ€tze lagen hier 13,1 Prozent niedriger als 2023. Bei Gartenmöbeln (-8,1 Prozent) und Wohnen/Dekoration (-7,5 Prozent) lief es ebenfalls deutlich schlechter.Â
Boom in Coronazeit
Insgesamt haben die Bau- und GartenfachmÀrkte in Deutschland im vergangenen Jahr gut 20,9 Milliarden Euro umgesetzt. Das war nominal, also nicht um Preissteigerungen bereinigt, 1,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Zumindest die OnlineumsÀtze zogen wieder leicht an (+2,1 Prozent).
Die Branche hatte wĂ€hrend der Corona-Pandemie auĂerordentlich starke ZuwĂ€chse verzeichnet. Viele Menschen richteten sich zu Hause ein und steckten ihr Geld in die eigenen vier WĂ€nde und den Garten. Weil Reisen und Restaurantbesuche entfallen mussten, wurde der Kauf von Grills, Pools und Gartenmöbeln vorgezogen. Nach dem Ende der Pandemie konnten die BaumĂ€rkte jedoch nicht an den Boom anknĂŒpfen.Â
2024 sollte besser werden. Die HĂ€ndler hofften auch auf einen belebenden Einfluss durch die FuĂball-Europameisterschaft im eigenen Land. Das Jahr brachte allerdings keine Erholung. Die UmsĂ€tze waren zum zweiten Mal infolge rĂŒcklĂ€ufig, lagen nominal aber immerhin rund 7,5 Prozent höher als vor der Pandemie.Â
Die Bau- und GartenfachmĂ€rkte hĂ€tten sich in einem schwierigen Umfeld vergleichsweise achtbar behauptet, sagt HaĂfeld. Im Hinblick auf das laufende Jahr ist der Branchenverband nur mĂ€Ăig optimistisch. 2025 sei eher als «Durchhaltejahr» zu sehen.
Steigende Preise fĂŒr Baustoffe, hohe Kosten fĂŒr Heimwerker
Die Unternehmen haben mit mehreren Herausforderungen zu kĂ€mpfen. Die Baukrise fĂŒhrt zu einer geringeren Nachfrage nach Baumaterialien und Werkzeugen. Kunden schieben weiterhin gröĂere Renovierungsprojekte auf. Die steigenden Preise fĂŒr Baustoffe wie Holz oder DĂ€mmstoffe verteuern die Kosten fĂŒr Heimwerker.Â
Einen positiven Effekt beobachtet der Verband jedoch. Wegen hoher Handwerkerpreise und langer Wartezeiten ĂŒbernehmen viele Menschen Renovierungs- und Reparaturarbeiten selbst. Das verschafft den BaumĂ€rkten Zulauf.
In Deutschland gibt es laut Verband 2.030 FachmĂ€rkte mit mehr als 1.000 Quadratmetern GröĂe. Die Zahl der BeschĂ€ftigten liegt, inklusive Lieferanten, bei etwa 480.000.
Hornbach zeigt sich trotz mauer Konsumstimmung zufrieden
Dem Baumarktkonzern Hornbach etwa hat auch im Ende Februar beendeten GeschĂ€ftsjahr 2024/25 die KaufzurĂŒckhaltung der Kunden zu schaffen gemacht. Weil das Management jedoch die Kosten fest im Griff hielt und sich zudem niedrigere Rohstoffpreise gĂŒnstig auswirkten, steigerte das Unternehmen seinen operativen Gewinn ĂŒberraschend deutlich. Das um Sonderposten bereinigte Ergebnis (bereinigtes Ebit) stieg im Jahresvergleich um 6 Prozent auf 270 Millionen Euro, wie die Hornbach Holding auf Basis vorlĂ€ufiger Zahlen mitteilte.Â
Der Umsatz lag mit 6,2 Milliarden Euro leicht ĂŒber dem Vorjahr. Dabei verbuchte das BaumarktgeschĂ€ft im vergangenen Jahr ein Umsatzplus von 1,2 Prozent, wĂ€hrend die Baustoff-Sparte wegen der schwachen Branchenkonjunktur in Deutschland EinbuĂen von gut sechs Prozent hinnehmen musste.





