Garten-Lust, Jahr

Wetter verdirbt Garten-Lust - schwieriges Jahr fĂŒr BaumĂ€rkte

25.03.2025 - 10:01:36

Viele Menschen in Deutschland sparen und kaufen nur zurĂŒckhaltend ein, das spĂŒren auch die BaumĂ€rkte. Die Branche kann nicht mehr an die hohen UmsĂ€tze in der Corona-Zeit anknĂŒpfen.

  • Schlechtes Wetter im Mai und Juni verhagelte den HĂ€ndlern 2024 das GeschĂ€ft. - Foto: Oliver Berg/dpa

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  • Die BaumĂ€rkte konnten ihre UmsĂ€tze im ersten Pandemie-Jahr 2020 auf mehr als 22 Milliarden Euro steigern. - Foto: Bernd Thissen/dpa

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Schlechtes Wetter im Mai und Juni verhagelte den HÀndlern 2024 das GeschÀft. - Foto: Oliver Berg/dpaDie BaumÀrkte konnten ihre UmsÀtze im ersten Pandemie-Jahr 2020 auf mehr als 22 Milliarden Euro steigern. - Foto: Bernd Thissen/dpa

Die Verunsicherung der Kunden und schlechtes Wetter wĂ€hrend der Gartensaison haben den BaumĂ€rkten im vergangenen Jahr das GeschĂ€ft verdorben. Regen, KĂ€lte und Schneegraupel hĂ€tten die Lust auf Garten-AktivitĂ€ten verhagelt, sagte der Vorstandssprecher des Branchenverbandes BHB, RenĂ© Haßfeld. «Die Menschen agieren vorsichtig und legen ihr Geld eher fĂŒr zukĂŒnftige Ausgaben beiseite, statt in Konsum zu investieren.» 

FĂŒr eine Produktgruppe hatte der viele Regen aber sein Gutes. Mit 8,2 Prozent wurde bei Gartenchemie, Erden und Saatgut laut Verband zuletzt das stĂ€rkste und einzig nennenswerte Umsatz-Plus erzielt. NĂ€sse und Schneckenplage hĂ€tten entsprechende Produkte erforderlich gemacht, heißt es. 

GrĂ¶ĂŸter Verlierer in den Sortimenten waren Fliesen, auch bedingt durch die Baukrise. Die UmsĂ€tze lagen hier 13,1 Prozent niedriger als 2023. Bei Gartenmöbeln (-8,1 Prozent) und Wohnen/Dekoration (-7,5 Prozent) lief es ebenfalls deutlich schlechter. 

Boom in Coronazeit

Insgesamt haben die Bau- und GartenfachmÀrkte in Deutschland im vergangenen Jahr gut 20,9 Milliarden Euro umgesetzt. Das war nominal, also nicht um Preissteigerungen bereinigt, 1,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Zumindest die OnlineumsÀtze zogen wieder leicht an (+2,1 Prozent).

Die Branche hatte wĂ€hrend der Corona-Pandemie außerordentlich starke ZuwĂ€chse verzeichnet. Viele Menschen richteten sich zu Hause ein und steckten ihr Geld in die eigenen vier WĂ€nde und den Garten. Weil Reisen und Restaurantbesuche entfallen mussten, wurde der Kauf von Grills, Pools und Gartenmöbeln vorgezogen. Nach dem Ende der Pandemie konnten die BaumĂ€rkte jedoch nicht an den Boom anknĂŒpfen. 

2024 sollte besser werden. Die HĂ€ndler hofften auch auf einen belebenden Einfluss durch die Fußball-Europameisterschaft im eigenen Land. Das Jahr brachte allerdings keine Erholung. Die UmsĂ€tze waren zum zweiten Mal infolge rĂŒcklĂ€ufig, lagen nominal aber immerhin rund 7,5 Prozent höher als vor der Pandemie. 

Die Bau- und GartenfachmĂ€rkte hĂ€tten sich in einem schwierigen Umfeld vergleichsweise achtbar behauptet, sagt Haßfeld. Im Hinblick auf das laufende Jahr ist der Branchenverband nur mĂ€ĂŸig optimistisch. 2025 sei eher als «Durchhaltejahr» zu sehen.

Steigende Preise fĂŒr Baustoffe, hohe Kosten fĂŒr Heimwerker

Die Unternehmen haben mit mehreren Herausforderungen zu kĂ€mpfen. Die Baukrise fĂŒhrt zu einer geringeren Nachfrage nach Baumaterialien und Werkzeugen. Kunden schieben weiterhin grĂ¶ĂŸere Renovierungsprojekte auf. Die steigenden Preise fĂŒr Baustoffe wie Holz oder DĂ€mmstoffe verteuern die Kosten fĂŒr Heimwerker. 

Einen positiven Effekt beobachtet der Verband jedoch. Wegen hoher Handwerkerpreise und langer Wartezeiten ĂŒbernehmen viele Menschen Renovierungs- und Reparaturarbeiten selbst. Das verschafft den BaumĂ€rkten Zulauf.

In Deutschland gibt es laut Verband 2.030 FachmĂ€rkte mit mehr als 1.000 Quadratmetern GrĂ¶ĂŸe. Die Zahl der BeschĂ€ftigten liegt, inklusive Lieferanten, bei etwa 480.000.

Hornbach zeigt sich trotz mauer Konsumstimmung zufrieden

Dem Baumarktkonzern Hornbach etwa hat auch im Ende Februar beendeten GeschĂ€ftsjahr 2024/25 die KaufzurĂŒckhaltung der Kunden zu schaffen gemacht. Weil das Management jedoch die Kosten fest im Griff hielt und sich zudem niedrigere Rohstoffpreise gĂŒnstig auswirkten, steigerte das Unternehmen seinen operativen Gewinn ĂŒberraschend deutlich. Das um Sonderposten bereinigte Ergebnis (bereinigtes Ebit) stieg im Jahresvergleich um 6 Prozent auf 270 Millionen Euro, wie die Hornbach Holding auf Basis vorlĂ€ufiger Zahlen mitteilte. 

Der Umsatz lag mit 6,2 Milliarden Euro leicht ĂŒber dem Vorjahr. Dabei verbuchte das BaumarktgeschĂ€ft im vergangenen Jahr ein Umsatzplus von 1,2 Prozent, wĂ€hrend die Baustoff-Sparte wegen der schwachen Branchenkonjunktur in Deutschland Einbußen von gut sechs Prozent hinnehmen musste.

@ dpa.de