Mode, Ausland

Deutsche Mode im Ausland weniger gefragt

17.03.2025 - 12:59:27

Viele Menschen sparen beim Kauf von Modeartikeln. Die deutschen Bekleidungshersteller haben 2024 weniger GeschÀft gemacht. In einem besonders wichtigen Bereich lief es sogar deutlich schlechter.

Ein Einbruch im wichtigen AuslandsgeschĂ€ft bereitet der deutschen Bekleidungsindustrie große Sorgen. Die Entwicklung sei «besorgniserregend», sagte der HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer des Modeverbandes GermanFashion, Thomas Lange.

Die AuslandsumsĂ€tze sind 2024 demnach nominal – also nicht um PreisverĂ€nderungen bereinigt – um 7,5 Prozent gesunken. RĂŒcklĂ€ufig ist auch der sonst stabile Export in EU-NachbarlĂ€nder wie Frankreich, Italien, Belgien und Tschechien. Dort mussten laut Verband zuletzt viele stationĂ€re GeschĂ€fte schließen, deshalb habe es weniger Abnehmer gegeben. Ein weiterer Grund sei die Beliebtheit asiatischer Portale wie Shein und Temu, die Konsumenten direkt mit Ware versorgten, sagte Lange.

Der Export, auf den 40 Prozent des Gesamtumsatzes entfallen, gilt als «Erfolgsmotor der Branche». Die echten Gewinne werden im Ausland gemacht, heißt es. Die grĂ¶ĂŸten ExportmĂ€rkte waren zuletzt unverĂ€ndert Polen, Schweiz und Österreich. Einigermaßen stabil verlief das InlandsgeschĂ€ft (-0,9 Prozent).

Umsatz-Plus bei Berufs- und Schutzbekleidung

Auch wegen der stark gestiegenen Preise hatten die Hersteller ihre Erlöse im Vorjahr noch deutlich steigern können. Nun verzeichnen sie ein Minus. Der Gesamtumsatz schrumpfte nominal um 3,7 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro. Noch etwas mehr eingebĂŒĂŸt hat die wichtigste Kategorie Oberbekleidung. Dazu zĂ€hlen etwa Pullover, T-Shirts, Hemden, Bluse, Hosen, Jacken und Kleider. Immerhin: Bei Berufs- und Schutzbekleidung konnten die Unternehmen ihre UmsĂ€tze steigern. 

Die Stimmung in der Branche ist jedoch nicht zuversichtlich, wie VerbandsprĂ€sident Oliver Seidensticker sagt. Im Jahr 2024 gab es mehr Insolvenzen und GeschĂ€ftsaufgaben als im Vorjahr. Bekanntester Name war Esprit. Die Zahl der Bekleidungshersteller mit mindestens 50 BeschĂ€ftigten ist um 7 Prozent auf 77 gesunken. Bei kleineren Unternehmen sei der RĂŒckgang noch grĂ¶ĂŸer, wie es heißt. GermanFashion vertritt etwa 350 Unternehmen aus der Branche, darunter Hugo Boss, Adidas, Brax, und Marc O'Polo.

Schwierige Zeiten erleben derzeit auch ModehĂ€ndler in Deutschland. Probleme bereitet der Branche, dass viele Kunden sparen. Zudem klagen die Firmen ĂŒber hohe Kosten fĂŒr Energie, Miete und GehĂ€lter.

@ dpa.de