Volkswagen, Arbeitsplätze

Volkswagen: Bis zu 100.000 Arbeitsplätze auf dem Prüfstand

27.06.2026 - 23:48:22 | boerse-global.de

VW verschärft Sparkurs: Bis zu 100.000 Stellen sollen wegfallen, vier deutsche Werke stehen vor dem Aus. Betriebsrat und Politik kündigen Widerstand an.

Volkswagen plant drastischen Stellenabbau und Werksschließungen
Volkswagen - Arbeiter stehen nachdenklich in einer großen, schwach beleuchteten Fabrikhalle zwischen Maschinen. 27.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Bis zu 100.000 Arbeitsplätze könnten weltweit wegfallen – doppelt so viele wie bisher geplant. Auch Werksschließungen in Deutschland stehen zur Debatte.

Vier Werke auf der Streichliste

Die Konzernführung unter Oliver Blume will das bisherige Sparziel von 50.000 Stellen bis 2030 verdoppeln. Das entspricht rund 15 Prozent der weltweiten Belegschaft von 657.000 Mitarbeitern. Besonders brisant: Vier deutsche Standorte sollen mittelfristig dichtmachen. Auf der Liste stehen Hannover, Emden, Zwickau und das Audi-Werk in Neckarsulm mit rund 15.000 Beschäftigten.

Die Tochterfirma IAV in Stollberg gerät ebenfalls unter Druck. Das Unternehmen ist eng mit VW verflochten. Betriebsrat und IG Metall haben bereits Proteste angekündigt.

Strategie „Zielbild 2030“

Hintergrund der Radikalkur ist das sogenannte Zielbild 2030. Der Vorstand will die Transformation beschleunigen. Ein Kernpunkt: die Verselbstständigung der Kernmarke VW. Das könnte eine Aufweichung des VW-Gesetzes ermöglichen. Auch Teile der Eigentümerfamilien Porsche und Piëch drängen auf schlankere Konzernstrukturen.

Doch der Widerstand ist massiv. Der Betriebsrat pocht auf die Beschäftigungssicherung bis 2033. Das Land Niedersachsen als Anteilseigner lehnt Werksschließungen strikt ab. In Sachsen kündigten Ministerpräsident Michael Kretschmer und Wirtschaftsminister Martin Dulig ebenfalls Widerstand an. Die Bundesregierung will Schließungen verhindern, betont aber die unternehmerische Freiheit des Konzerns.

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Industrie im Abwärtstrend

Die VW-Pläne fallen in eine Zeit wirtschaftlicher Abkühlung. Das Ifo-Beschäftigungsbarometer sank im Juni auf 92,3 Punkte – einer der niedrigsten Werte seit der Corona-Pandemie. Besonders im Handel und in der Industrie überwiegen Firmen mit Stellenabbauplänen, der Überhang liegt bei 18 Prozentpunkten.

Auch andere Branchen straffen: Die Versandapotheke DocMorris will rund 100 Vollzeitstellen streichen – wegen verstärktem KI-Einsatz.

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Der Aufsichtsrat von Volkswagen tagt am 9. Juli. Dann soll eine Entscheidung über die radikale Neuaufstellung fallen.

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