Volkswagen verkauft 14,3 Prozent weniger Autos im Quartal
Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 08:50 Uhr | dpa, AD HOC NEWSVolkswagen verliert in China deutlich
- Volkswagen lieferte von Juli bis September weltweit rund 1,89 Millionen Fahrzeuge aller Konzernmarken aus.
- Der Absatz lag damit 14,3 Prozent unter dem Wert des dritten Quartals des Vorjahres.
- In China gingen die Auslieferungen besonders stark um 38,5 Prozent zurück.
Volkswagen hat im dritten Quartal weltweit erneut weniger Autos verkauft als ein Jahr zuvor.
Rückgang beschleunigt sich
Von Juli bis September lieferten die Konzernmarken rund 1,89 Millionen Fahrzeuge an Kunden aus. Das waren 14,3 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, wie Volkswagen in Wolfsburg mitteilte.
Damit hat sich der Absatzrückgang weiter verschärft. Besonders deutlich fiel das Minus in China aus: Dort verkaufte der Konzern 38,5 Prozent weniger Fahrzeuge als ein Jahr zuvor.
Sechs Millionen Fahrzeuge nach neun Monaten
Von Januar bis September setzte Volkswagen weltweit gut sechs Millionen Autos ab. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Rückgang von 9,0 Prozent oder rund 600.000 Fahrzeugen.
Die Zahlen beziehen sich auf die Auslieferungen aller Konzernmarken. Der Einbruch in China fällt dabei deutlich stärker aus als der weltweite Rückgang.
China prägt den Absatzdruck
Der Rückgang trifft Volkswagen in einer Phase, in der sich der Automarkt stark in Richtung elektrischer Antriebe verschiebt. In Deutschland entfielen von Januar bis September 2026 bereits mehr als 600.000 Neuzulassungen auf reine Elektroautos; ihr Anteil lag im September bei 34,5 Prozent. Gleichzeitig sank der Anteil von Benzinern auf 17,4 Prozent und von Dieselfahrzeugen auf neun Prozent.
Für Volkswagen verschärft sich damit der Wettbewerbsdruck auf mehreren Ebenen. Der Konzern ist in Deutschland weiterhin Marktführer, konkurriert aber zunehmend mit chinesischen Herstellern wie BYD und MG. Diese Anbieter gewinnen vor allem mit Elektro- und Plug-in-Hybridmodellen an Sichtbarkeit. In China selbst ist die Konkurrenz für etablierte ausländische Hersteller besonders intensiv, weil lokale Anbieter dort über starke Marktkenntnis und ein breites Angebot elektrischer Fahrzeuge verfügen.
Handelspolitik verändert den Wettbewerb
Auch die Beziehungen zwischen Europa und China beeinflussen die Branche. Die EU und China verständigten sich im Oktober 2026 auf eine Begrenzung chinesischer Hybridauto-Exporte nach Europa. Das soll den europäischen Herstellern Zeit verschaffen, löst aber die strukturellen Unterschiede bei Kosten, Technologie und Modellvielfalt nicht.
Für Volkswagen bedeutet der weltweite Absatzrückgang neben geringeren Einnahmen auch zusätzlichen Anpassungsdruck bei Modellpalette, Preisen und Produktion. Für Kunden kann die Entwicklung mehr Auswahl bei Elektroautos und stärkeren Preisdruck bedeuten; zugleich bleiben Arbeitsplätze und Standorte vom künftigen Verkaufserfolg elektrischer Modelle abhängig.

