MotorsÀgenhersteller Stihl will weltweit 500 Jobs streichen
29.04.2025 - 14:01:36Der MotorsĂ€gen- und GartengerĂ€tehersteller Stihl will wegen der schwierigen Wirtschaftslage weltweit rund 500 Stellen streichen. «Wir mĂŒssen natĂŒrlich die Kosten- und Personalstruktur den Gegebenheiten des Marktes anpassen. Das ist ganz klar», sagte Personalvorstand Michael Prochaska in Waiblingen bei Stuttgart. Die Stellen sollen insbesondere in der Verwaltung abgebaut werden. «Der Anzug muss dem Kerl passen».
In Deutschland sollen - wie bereits bekannt - Stellen im niedrigen dreistelligen Bereich wegfallen. Das soll sozialvertrĂ€glich geschehen, unter anderem durch altersbedingte Austritte und ein Freiwilligenprogramm. KĂŒndigungen seien nicht geplant.
Weltweit hatte Stihl Ende vergangenen Jahres gut 19.700 BeschÀftigte und damit etwas weniger als Ende 2023. Mehr als 6.000 Menschen arbeiteten am deutschen Stammhaus, zu dem mehrere Werke in der Region Stuttgart, aber auch im Landkreis Konstanz und in Weinsheim in Rheinland-Pfalz gehören.
WÀhrend des coronabedingten Booms beschÀftigte Stihl weltweit rund 21.600 Menschen. In einer gewissen Euphorie habe man zahlreiche Stellen aufgebaut und mit hohen Wachstumsraten gerechnet, sagte Stihl-Vorstandschef Michael Traub. Das erwartete Wachstum finde in dieser Form allerdings nicht statt.
Verbrenner-Jobs fallen weg
In Zukunft könnte auch der Wandel hin zu Akku-GerĂ€ten zu einem Wegfall von Jobs fĂŒhren. 2024 hatte ein Viertel der abgesetzten Produkte einen Akku, bis 2027 sollen es 35 Prozent sein. Hierzulande produziert das Unternehmen aber vor allem GerĂ€te mit Verbrenner. «Wenn der Anteil unserer BenzingerĂ€te am Gesamtabsatz geringer wird, ist die BeschĂ€ftigung in Deutschland geringer», sagte Traub. Wie viel das genau sei, werde die Zeit zeigen. Den Verlust könne man aber nicht wettmachen, da die «Wettbewerbsbedingungen in Deutschland nicht gut genug sind, um hier AkkugerĂ€te zu machen. Punkt.»
Stihl-Umsatz ist 2024 gestiegen
Nach einem Minus 2023 stieg der Umsatz des MittelstĂ€ndlers im vergangenen Jahr wieder - um 1,1 Prozent auf 5,33 Milliarden Euro. Vom coronabedingten Umsatzrekord von 5,5 Milliarden Euro war Stihl aber noch ein StĂŒck entfernt. Das Ergebnis sei zufriedenstellend. Konkrete Angaben zum Gewinn macht das Familienunternehmen traditionell nicht.
Der Ausblick fiel verhalten aus: Stihl mache mehr als 90 Prozent seines Umsatzes im Ausland, sagte Traub. Deshalb sei man anfĂ€llig fĂŒr die Schwankungen in der Welt. Der Manager rechnete fĂŒr das laufenden und die kommenden Jahre mit einem Wachstum im niedrigen einstelligen Bereich.
Deutlich mehr GeschÀft als vor Corona
Stihl - nach eigenen Angaben WeltmarktfĂŒhrer bei MotorsĂ€gen - hatte in der Corona-Pandemie stark davon profitiert, dass sich zahlreiche Menschen auf Eigenheim und Garten konzentrierten - und dafĂŒr viel Geld ausgaben. Im Vor-Pandemie-Jahr 2019 lag der Erlös des Unternehmens noch deutlich niedriger bei rund 3,9 Milliarden Euro.


