Hubig will EntschĂ€digungsregel fĂŒr Flugreisende verteidigen
23.05.2025 - 10:46:10Bundesjustizministerin Stefanie Hubig hat sich deutlich gegen eine in BrĂŒssel diskutierte Ănderung der EntschĂ€digungsvorschriften fĂŒr von VerspĂ€tung betroffene FluggĂ€ste ausgesprochen. «Stundenlange FlugverspĂ€tungen sind ein echtes Ărgernis», sagte die SPD-Politikerin, die in der Bundesregierung fĂŒr den Verbraucherschutz verantwortlich ist.
Solche VerspÀtungen könnten wichtige PlÀne durcheinanderbringen oder den Start in den verdienten Urlaub vermiesen. Das koste wertvolle Lebenszeit, sagte die Ministerin der Deutschen Presse-Agentur.
Ăber ReformplĂ€ne soll bald entschieden werden
Die EU-Staaten beraten derzeit ĂŒber einen Vorschlag der EuropĂ€ischen Kommission, der unter anderem EntschĂ€digungen erst bei deutlich lĂ€ngeren VerspĂ€tungen als bisher vorsieht.
Derzeit gilt nach der Flugastrechte-Verordnung von 2004 (EG 261), dass FluggĂ€ste ab drei Stunden VerspĂ€tung Anspruch auf eine pauschale EntschĂ€digung zwischen 250 und 600 Euro haben.Â
Nach dem Vorschlag der Kommission soll diese Schwelle auf fĂŒnf bis zwölf Stunden angehoben werden und jeweils von der Flugdistanz abhĂ€ngig sein. Damit wĂŒrden VerbraucherschĂŒtzern zufolge rund 80 Prozent der EntschĂ€digungen entfallen.
«Verbraucherrechte sind kein Luxus, den man in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten einfach abschaffen kann», sagte Hubig. Sie werde sich deshalb dafĂŒr einsetzen, dass Flugreisende auch weiterhin ab einer VerspĂ€tung von drei Stunden entschĂ€digt werden. «Deutschland kann in BrĂŒssel keiner Regelung zustimmen, die einseitig an den Interessen der Airlines ausgerichtet ist», sagte die Ministerin in Berlin, wo heute die Verbraucherschutzministerkonferenz endet.Â
Kontrovers diskutiert wird neben den Regelungen zu EntschĂ€digungen fĂŒr verspĂ€tete und ausgefallene FlĂŒge aktuell auch ĂŒber das GeschĂ€ftsmodell einiger Airlines, fĂŒr gröĂeres HandgepĂ€ck zusĂ€tzliche GebĂŒhren zu verlangen.





