Umfrage: Viele Deutsche sehnen sich nach Job im Ausland
22.06.2026 - 04:00:28 | dpa.de
Viele BerufstĂ€tige in Deutschland können sich einen Job im Ausland vorstellen. Das ergab eine Umfrage des Instituts Appinio im Auftrage der Jobseite Indeed. Demnach liebĂ€ugeln zwei Drittel der Arbeitnehmer mit der Möglichkeit, auch im Ausland tĂ€tig zu werden. Ein Drittel hat bereits konkrete Erkundigungen eingeholt. Gefragteste ZiellĂ€nder sind die USA, GroĂbritannien und die Schweiz - wobei das Interesse an den USA zuletzt rĂŒcklĂ€ufig gewesen sei.
Anreize zum Bleiben schaffen
«Wenn jedoch zwei Drittel der BeschĂ€ftigten mit dem Weggang liebĂ€ugeln, sollte das auch als Zeichen fĂŒr Unzufriedenheit mit den heimischen Standortbedingungen verstanden werden», sagte Indeed-Ăkonomin Virginia Sondergeld. GrundsĂ€tzlich sei internationale MobilitĂ€t aber begrĂŒĂenswert. «Politik und Arbeitgeber sollten diese Signale ernst nehmen: Im Dialog mit den BeschĂ€ftigten gilt es, Anreize fĂŒr die Arbeit in Deutschland neu zu setzen, Arbeitsbedingungen zu verbessern und Talenten so echte GrĂŒnde zum Bleiben zu bieten», betonte Sondergeld.
Besonders ausgeprĂ€gt sei die Lust aufs Ausland bei bei Gutverdienern. Etwa die HĂ€lfte aus der Gruppe derer mit einem Haushaltseinkommen von mehr als 6.000 Euro netto habe sich bereits aktiv im Ausland beworben oder sondiere aktiv den auslĂ€ndischen Stellenmarkt. Allerdings: Die groĂe Mehrheit möchte nicht fĂŒr immer im Ausland bleiben - die Spannbreite der WĂŒnsche reicht von wenigen Monaten bis zu mehreren Jahren.Â
Wunsch nach weniger Steuern und Abgaben
Dabei ist das Hauptmotiv nicht der Wunsch nach besseren Aufstiegsmöglichkeiten - dies gab lediglich ein Viertel der Befragten an. Vielmehr gehe es um bessere Bezahlung und eine bessere LebensqualitĂ€t (jeweils mehr als 50 Prozent). Mehr als 40 Prozent hoffen auch auf eine geringe Steuer- und Abgabenlast.Â
Im Auftrag von Indeed hatte das Marktforschungsinstitut Appinio im Zeitraum vom 08. bis 11. Mai 2026 insgesamt 1.000 BeschÀftigte in Deutschland im Alter zwischen 16 und 66 Jahren befragt - davon die HÀlfte Frauen.
