Autoindustrie, Straßenverkehr

Lies zum Autogipfel: Oberstes Ziel ist Sicherung der ArbeitsplÀtze

09.10.2025 - 07:39:20

Vor dem Auto-Gipfel an diesem Donnerstag drÀngt Niedersachsens MinisterprÀsident Olaf Lies (SPD) auf einen Fokus zum Erhalt von ArbeitsplÀtzen.

Statt eines Verbrenner-Aus ab 2035 plĂ€diert er fĂŒr "Technologieoptionen ab 2035". "Gerade die Auto-LĂ€nder spĂŒren derzeit stark, unter welch extremen Druck die deutsche Industrie steht. Der Auto-Gipfel muss klarmachen, dass das oberste Ziel die Sicherung der ArbeitsplĂ€tze ist", sagte Lies dem Tagesspiegel.

Diese Botschaft werde Niedersachsen beim Auto-Gipfel unterstreichen. "Schauen Sie, was bei Bosch, ZF, den MittelstĂ€ndlern passiert. Allein bei Bosch sollen 13.000 Stellen wegfallen. Da können wir nicht sagen: Passt schon." "Die Lage der Auto-Industrie ist wirklich ernst", sagte Lies, "denken Sie nur an Absatzflaute, Konkurrenz aus China und US-Importzölle. Der Erhalt der ArbeitsplĂ€tze muss unser allerwichtigstes Ziel werden." FĂŒr alles, was man tue, brauche man in der Demokratie Mehrheiten, sagte der SPD-Politiker: "Wir haben immer gesagt: Die Transformation in Richtung KlimaneutralitĂ€t muss einhergehen mit der Sicherung vorhandener und der Schaffung neuer Jobs. Wenn wir jetzt spĂŒren, dass genau das nicht funktioniert, mĂŒssen wir nachjustieren." Wenn man das richtige Ziel - mehr Klimaschutz - nur erreiche "zum Preis, gesellschaftliche Mehrheiten zu verlieren, ist keinem gedient", sagte Lies: "Dann kippt etwas in eine vollkommen falsche Richtung." Lies verwies darauf, der Plan fĂŒr ein Verbrenner-Aus ab 2035 sei "vor vielen Jahren festgelegt" worden: "Danach kam Corona, Russland begann den Krieg gegen die Ukraine, Energiepreise stiegen, Donald Trump verhĂ€ngt heftige Zölle, China erhöht seine Subventionen - alles externe Faktoren." Die Geschwindigkeit, die wir lange verfolgt haben, könnte man nicht erreichen, sagte er. Wenn sich VerhĂ€ltnisse Ă€nderten, mĂŒsse Politik umsteuern. "Sie können die RealitĂ€t nicht ausblenden. Dabei behalten wir das Ziel möglichst vieler batterieelektrischer Autos bei. Das Ziel bleibt, aber wir schaffen das nicht in dem Tempo, das wir vor vielen Jahre definiert haben", sagte Lies. Man könnte heute nicht garantieren, dass es 2035 nur noch Elektroautos auf dem Markt geben werde, sagte Lies: "Deshalb brauchen wir auch ab 2035 Technologieoptionen. Nur zwei Beispiele: Wir brauchen den Range Extender, der also die Reichweite von E-Autos erhöht, und Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge, die Verbrenner- und Elektromotor besitzen. Diese Technologien mĂŒssen möglich sein, um sie auf den Markt zu bringen. Dann können wir unsere Klimaziele dennoch erreichen." Nötig sei beim Auto-Gipfel "eine gemeinsame klare Regelung", sagte der Regierungschef von Niedersachsen: "Diejenigen, die von der RĂŒckkehr in die Verbrenner-Welt trĂ€umen, mĂŒssen wissen, dass es beim Weg in die E-MobilitĂ€t bleibt. Die anderen, die jede Technologieoption ab 2035 ablehnen, mĂŒssen einsehen, dass Optionen fĂŒr eine Übergangszeit nötig sind. Wenn wir uns darauf einigen, wĂ€re der Gipfel ein Erfolg."

@ dts-nachrichtenagentur.de