Milliardenprojekt, Chipfabrik

Milliardenprojekt: Chipfabrik bei Magdeburg geplant

18.07.2025 - 17:21:38

Vor einem Jahr hatte der US-Chiphersteller Intel seine PlĂ€ne fĂŒr mehrere Chip-Fabriken in Deutschland auf Eis gelegt. Jetzt interessieren sich andere Unternehmen fĂŒr eine Ansiedlung.

FĂŒr die Herstellung von Speicherchips fĂŒr die europĂ€ische Industrie ist eine neue Chip-Fabrik bei Magdeburg (Sachsen-Anhalt) geplant. Ziel des Vorhabens sei es, europĂ€ische ProduktionskapazitĂ€ten aufzubauen und die AbhĂ€ngigkeit vom Ausland zu reduzieren, teilte das Dresdner Unternehmen FMC mit. «Wir wollen mit unserem Vorhaben die europĂ€ische TechnologiesouverĂ€niĂ€t und Resilienz bei systemkritischen Speicherchips stĂ€rken», sagte GeschĂ€ftsfĂŒhrer Thomas RĂŒckes. In einem nĂ€chsten Schritt soll eine AbsichtserklĂ€rung mit dem Land Sachsen-Anhalt unterzeichnet werden. 

Es sei ein Projekt in MilliardengrĂ¶ĂŸe, sagte Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Sven Schulze (CDU) der Deutschen Presse-Agentur. Nachdem Intel sich zurĂŒckgezogen habe, seien die GesprĂ€che mit FMC ein wichtiger Plan B gewesen. US-Chiphersteller Intel hatte im vergangenen Jahr erklĂ€rt, die ursprĂŒnglichen PlĂ€ne fĂŒr den Aufbau mehrerer Chip-Fabriken in Magdeburg erst einmal auf Eis zu legen. Am Standort in Sachsen-Anhalt sollten rund 30 Milliarden Euro investiert werden. 

Wirtschaftsminister: «Intel ist damit nicht vom Tisch»

«Intel ist damit nicht vom Tisch», betonte Schulze. In dem bei Magdeburg geplanten großen Hightech-Park sollen sich weitere Unternehmen ansiedeln. WĂ€hrend Intel eine FlĂ€che mit einer GrĂ¶ĂŸe von 400 Hektar gekauft hat, handele es sich bei dem FMC-Projekt um rund 100 Hektar. «Jetzt ist wichtig, dass die Finanzierung geklĂ€rt wird», sagte Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister. Zusammen mit dem Unternehmen seien jetzt GesprĂ€che mit dem Bund und der EU fĂŒr eine mögliche Finanzierung geplant. 

FMC (Ferroelectric Memory Company) wurde 2016 gegrĂŒndet und ist aus dem Umfeld der TU Dresden entstanden. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben Speicherzellen entwickelt, die einen Ă€ußerst geringen Stromverbrauch haben und damit den Energiebedarf von KI-Rechenzentren reduzieren. Hinter FMC stehen unter anderem die Unternehmen Bosch, Air Liquide, Merck und weitere internationale Investoren. Wie ein Unternehmenssprecher sagte, wĂ€re es die erste Chip-Fabrik von FMC in Deutschland. Derzeit wĂŒrden die Chips in anderen Fabriken produziert.

@ dpa.de