Rekorde bei Siemens Energy
06.08.2025 - 07:00:39Siemens Energy ist trotz Belastungen durch die US-Zölle und seiner nach wie vor schwĂ€chelnde Windkraftsparte auf dem Weg zum vielleicht besten GeschĂ€ftsjahr seiner Geschichte. Auch im dritten Quartal, das beim MĂŒnchner Energietechnikkonzern von April bis Juni geht, fiel ein solider Gewinn von 697 Millionen Euro an. Im Vorjahreszeitraum hatte noch ein Verlust von 102 Millionen gestanden. Zudem meldet das Unternehmen Rekorde bei Auftragseingang und Auftragsbestand.
Zwar profitierte Energy aktuell von einem rund eine halbe Milliarde schweren Sondereffekt, doch auch ohne ihn hĂ€tte es im Quartal - wie in den beiden davor - einen klaren Gewinn gegeben. Blickt man auf die bereits eingebrachten ersten neun Monate des GeschĂ€ftsjahres, steht inzwischen ein Plus von 1,45 Milliarden zu Buche. Das ist zwar etwas weniger als zum gleichen Zeitpunkt vor einem Jahr - damals hatte Energy die positive Entwicklung aber vor allem einem einzelnen Sondereffekt von mehr als 1,7 Milliarden Euro verdankt.Â
Jetzt sind die schwarzen Zahlen vor allem eine Folge davon, dass alle Bereiche auĂer der nach wie vor tief defizitĂ€ren Windkraft starke Ergebnisse einbringen und deutlich besser abschneiden als vor einem Jahr. Vor allem die GeschĂ€fte mit Gas- und Netztechnik brummen.Â
Prognose bestÀtigt
Ohne Sondereffekte will Siemens Energy im laufenden Jahr bis zu einer Milliarde Euro nach Steuern verdienen. Diese zwischenzeitlich deutlich angehobene Prognose hat der Konzern zudem bestĂ€tigt - und sieht sich aktuell sogar auf dem Weg zum oberen Ende dieser Bandbreite.Â
Dabei leidet auch Siemens Energy unter den US-Zöllen. FĂŒr das gesamte Jahr geht das Unternehmen von einer Belastung um 150 Millionen Euro aus. Der Markt ist wichtig fĂŒr den Konzern. Rund ein Drittel seiner neuen AuftrĂ€ge kamen im dritten Quartal aus den USA. Bei neueren VertrĂ€gen kann und konnte Energy die Zolleffekte in der Regel an die Kunden weitergeben. Die aktuelle Betroffenheit stammt vor allem aus alten ServicevertrĂ€gen, wo dies nicht der Fall ist.Â
Zudem drĂŒckten WĂ€hrungseffekte auf den Auftragsbestand, der dennoch auf den Rekordwert von 136 Milliarden Euro stieg. Das lag vor allem daran, dass der Konzern bei den AuftragseingĂ€ngen einen Rekord von 16,6 Milliarden Euro meldete, den er unter anderem zwei GroĂauftrĂ€gen bei Siemens Gamesa im Offshore-Bereich verdankt. Damit lag der Auftragseingang beim 1,7-fachen des Umsatzes von 9,7 Milliarden.Â
Belegschaft wÀchst - auch in Deutschland
Die hohe Nachfrage hilft Energy dabei, höhere Preise bei neuen AuftrĂ€gen durchzusetzen. Alles, was man derzeit an neuem GeschĂ€ft herein nehme, liege in Sachen Marge ĂŒber dem Durchschnitt des Auftragsbestands, sagt Konzernchef Christian Bruch. Das ist gut fĂŒr die kĂŒnftige ProfitabilitĂ€t.Â
Die besseren GeschÀfte beim einstigen Krisenkonzern machen sich dabei auch bei der Belegschaft bemerkbar. Die liegt inzwischen bei 102.000 Mitarbeitern, 27.000 davon in Deutschland. Das sind rund 3.000 beziehungsweise 1.000 mehr als vor einem Jahr. Und der Aufbau geht weiter. Bis Ende 2026 sollen rund 1.500 neue Jobs in Deutschland hinzukommen.


