Vorgabe aus Karlsruhe: Brandenburgs Beamte kriegen mehr Geld
Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 17:41 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDer Landtag stimmte mit Mehrheit fĂŒr den Gesetzentwurf der rot-schwarzen Landesregierung. Die Koalitionsfraktionen und die WfB-Gruppe dreier ehemaliger BSW-Abgeordneter votierten dafĂŒr, AfD und BSW enthielten sich.
Finanzminister Daniel Keller (SPD) machte deutlich, dass es sich um eine Vorgabe handelt, die umgesetzt werden muss und die viele Millionen Euro in angespannter Finanzlage kostet. "Wir setzen ein Verfassungsgerichtsurteil um, so schwierig das auch ist", sagte Keller. "Die Beamtinnen und Beamten mĂŒssen sich auf die Landesregierung verlassen können." Brandenburg ist laut Keller eines der ersten LĂ€nder, die die Entscheidung umsetzt.
In diesem Jahr 430 Millionen Euro mehr
Die Höhe der Besoldung steigt je nach Gruppe in der A-Besoldung zwischen 7 und 17 Prozent und in der B-Besoldung um etwa 18 Prozent. Das kommt laut Ministerium rund 32.200 Beamtinnen und Beamten, etwa 2.800 AnwÀrtern und rund 21.100 VersorgungsempfÀngern zugute. Ein Lehrer oder eine Lehrerin der Besoldungsgruppe A 13 soll etwa nach Zahlen des Finanzministeriums zwischen etwa 882 und 1.087 Euro mehr im Monat erhalten.
Die höhere Besoldung und die steigende Versorgung fĂŒr Beamte im Ruhestand machen nach Angaben des Finanzministeriums in diesem Jahr 430 Millionen Euro zusĂ€tzlich aus. Im Jahr 2027 betragen die Mehrkosten dann insgesamt 520 Millionen Euro im Vergleich zu 2026. Im Jahr 2028 sind es insgesamt 611 Millionen Euro mehr als ursprĂŒnglich in diesem Jahr.
Auch MinisterprĂ€sident Dietmar Woidke (SPD) und die Landesminister erhalten mehr Geld, aber in geringerem Umfang. Zugleich steigt die Arbeitszeit der Beamten ab 1. MĂ€rz 2027 von 40 auf 41 Stunden in der Woche. Es gibt Ausnahmen etwa fĂŒr Lehrerinnen und Lehrer.
Gericht: BezĂŒge hinken hinterher
Das Bundesverfassungsgericht entschied im vergangenen Jahr, dass die Beamtenbesoldung in Berlin von 2008 bis 2020 mit wenigen Ausnahmen verfassungswidrig war. Die BezĂŒge hinken laut Gericht der Tarifentwicklung und dem Verbraucherpreisindex hinterher und hielten dem Vergleich mit dem Durchschnittseinkommen sozialversicherungspflichtig BeschĂ€ftigter mit gleicher Qualifikation nicht stand.
Das hat Folgen fĂŒr den Bund und die LĂ€nder. Entsprechend der neuen Rechtslage werden kĂŒnftige BesoldungsĂ€nderungen vor allem von der Entwicklung des Nominallohnindexes abhĂ€ngig sein. Wegen der höheren Beamtenbesoldung, aber auch zur Begrenzung von Ausgaben, will die Brandenburger Landesregierung in der Landesverwaltung sparen.
