VW-Aufsichtsrat, Entscheidung

VW-Aufsichtsrat 9. Juli: Entscheidung über Massenabbau fällt

27.06.2026 - 18:43:41 | boerse-global.de

Volkswagen verschärft Sparprogramm drastisch: Bis zu 100.000 Jobs und vier deutsche Werke stehen vor dem Aus.

VW-Chef Blume plant radikalen Sparkurs mit bis zu 100.000 Stellenstreichungen
VW-Aufsichtsrat - Ein nachdenklicher VW- oder Audi-Mitarbeiter in einer teilweise leeren Fabrikhalle, mit unscharfen Maschinen im Hintergrund. 27.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Statt der bisher diskutierten 50.000 Stellenstreichungen sollen nun bis zu 100.000 Arbeitsplätze weltweit wegfallen. Das entspricht rund 15 Prozent der aktuellen Belegschaft von etwa 657.000 Mitarbeitern.

Vier deutsche Werke vor dem Aus

Besonders hart trifft es die heimischen Standorte. Vier Werke in Deutschland stehen laut internen Informationen vor der Schließung: Hannover, Zwickau, Emden und das Audi-Werk in Neckarsulm mit rund 15.000 Beschäftigten. Die Produktion soll mit dem Auslaufen der aktuellen Modelle enden.

Doch der Stellenabbau ist nur ein Teil der geplanten Neuausrichtung. Der Vorstand will die Kernmarke Volkswagen und die Komponententochter aus dem Konzernverbund lösen und verselbstständigen. Auch das Produktportfolio wird radikal gestrafft: Von derzeit 150 Modellen auf unter 100.

Warum der Druck so enorm ist

Die wirtschaftlichen Kennzahlen geben wenig Spielraum für Optimismus. Im ersten Quartal brach der Nettogewinn um 28 Prozent auf 1,56 Milliarden Euro ein. Der Umsatz sank um zwei Prozent auf 75,7 Milliarden Euro.

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Besonders der chinesische Markt bereitet Sorgen. Hier gingen die Verkaufszahlen um 20 Prozent zurück. Hinzu kommen neue US-Zölle, die den Konzern jährlich rund vier Milliarden Euro kosten. Branchenkenner sind sich einig: Das alte Geschäftsmodell funktioniert unter diesen Bedingungen nicht mehr.

Widerstand aus allen Richtungen

Die Arbeitnehmervertreter schlagen bereits Alarm. IG Metall und Betriebsrat kündigten massiven Widerstand an. Sie berufen sich auf bestehende Beschäftigungssicherungen – bei VW bis 2030, in Neckarsulm sogar bis 2033.

Auch die Politik mischt sich ein. Niedersachsen als Großaktionär lehnt Werksschließungen ab. Die Bundesregierung will Schließungen an deutschen Standorten verhindern. Sachsens Ministerpräsident Kretschmer zeigt sich besonders besorgt um das Zwickauer Werk und die regionale Industriebasis.

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Entscheidung im Juli

Erste Schritte sind bereits eingeleitet: Rund 28.000 Mitarbeiter haben freiwillige Austritte vereinbart, 37.000 Stellenstreichungen sind konkret fixiert. Die Ausweitung auf 100.000 würde jedoch auch betriebsbedingte Kündigungen nicht mehr ausschließen.

Der entscheidende Termin rückt näher. Am 9. Juli tagt der VW-Aufsichtsrat. Dann wird über die Vorstandsvorschläge und die künftige Strategie beraten. Die Verhandlungen zwischen Führung und Arbeitnehmervertretern versprechen hart zu werden.

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