VW-Sparplan: Bis zu 100.000 Stellen weltweit gestrichen
27.06.2026 - 11:36:00 | boerse-global.de
Statt der ursprünglich geplanten 50.000 Stellen sollen nun weltweit bis zu 100.000 Arbeitsplätze gestrichen werden. Das teilte das Management um Konzernchef Oliver Blume mit. Ein entsprechendes Sanierungskonzept liegt dem Aufsichtsrat vor – die entscheidende Sitzung ist für den 9. Juli angesetzt.
Vier Werke vor dem Aus
Besonders hart trifft es die Produktionsstandorte. Gleich vier Werke stehen zur Disposition: Hannover, Zwickau, Emden und der Audi-Standort Neckarsulm. Grund ist vor allem die schwache Nachfrage nach E-Autos. Der ID.Buzz etwa verkaufte sich mit rund 30.000 Einheiten deutlich schlechter als erwartet – geplant waren 120.000 Fahrzeuge.
Die Modellvielfalt soll ebenfalls schrumpfen. Von aktuell rund 150 Varianten will der Konzern auf unter 100 reduzieren. Auch die Führungsebene spart mit: Rund 5.500 Management-Stellen fallen weg. Insgesamt peilt VW Einsparungen von elf Milliarden Euro an.
Kernmarke VW wird ausgegliedert
Die Pläne sehen eine grundlegende Neuordnung vor. Die Kernmarke Volkswagen und die Komponententochter sollen ausgegliedert und verselbstständigt werden. Branchenkenner sehen darin einen möglichen Angriff auf das VW-Gesetz.
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Die Beschäftigungssicherung läuft offiziell noch bis 2030. Doch die aktuellen Pläne sprechen eine andere Sprache: Von den weltweit rund 657.000 Beschäftigten stünden damit 15 Prozent der Stellen zur Disposition. Bisher waren bereits 37.000 Abbaustellen und 28.000 freiwillige Austritte vereinbart.
Betriebsrat und Politik schlagen Alarm
Der Widerstand gegen die Sparpläne formiert sich. IG Metall und Konzernbetriebsrat kündigten Widerstand gegen Werksschließungen und Jobabbau an. Auch das Land Niedersachsen, das als Großaktionär 20 Prozent der Stimmrechte hält, stellt sich quer.
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Wirtschaftsminister Olaf Lies machte klar: „Radikale Einschnitte in dieser Form werden wir nicht mittragen.“ Sachsens Ministerpräsident Kretschmer warnte vor fatalen Folgen für den Industriestandort, falls Zwickau betroffen sein sollte. Die Entscheidung fällt am 9. Juli – dann muss das Management seine Pläne im Aufsichtsrat verteidigen.
