VW-Stellenabbau, Jobs

VW-Stellenabbau: Bis zu 100.000 Jobs auf der Kippe

Veröffentlicht: 14.07.2026 um 08:04 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Volkswagen plant massiven Stellenabbau von bis zu 100.000 Stellen. Betriebsrat und IG Metall kündigen Widerstand gegen die Sparpläne an.

VW-Chef Blume konkretisiert Stellenabbau: Bis zu 100.000 Jobs gefährdet
Nahaufnahme der Hände eines Fabrikarbeiters, die auf einer Werkbank ruhen, mit verschwommenen Industrieanlagen im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Weltweit könnten bis zu 50.000 zusätzliche Arbeitsplätze wegfallen. Zusammen mit den bereits beschlossenen Streichungen von 50.000 Stellen bis 2030 stehen damit insgesamt bis zu 100.000 Jobs auf der Kippe.

Kostendruck und gefährdete Standorte

Die Konzernführung begründet die verschärften Sparmaßnahmen mit einer ungünstigen Kostenstruktur. Die Gemeinkosten liegen demnach rund 20 Prozent über dem Niveau vergleichbarer Wettbewerber. Zwar konnten die Fabrikkosten 2025 bereits um 20 Prozent gesenkt werden – doch das reicht nicht.

Besonders im Fokus: mehrere deutsche Produktionsstandorte. Blume erklärte, dass für die Werke in Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm in den 2030er Jahren keine wettbewerbsgerechte Belegung garantiert werden könne. Für Osnabrück prüft der Konzern derzeit Alternativen – darunter Gespräche über Rüstungspartnerschaften mit dem Unternehmen Rafael. Die Verhandlungen stehen jedoch wegen diplomatischer Verflechtungen mit Katar vor Herausforderungen.

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Widerstand von Betriebsrat und Gewerkschaften

Die Arbeitnehmervertretung reagierte mit deutlicher Kritik. Bereits am Sonntag bemängelte der Betriebsrat die Kommunikationsstrategie des Vorstands, die zu massiver Verunsicherung führe. Rund 40.000 Beschäftigte an fünf Standorten befänden sich in einer unerträglichen Situation.

Die IG Metall warnte zudem vor Plänen, die Kernmarke oder die Komponentenfertigung aus der Volkswagen AG herauszulösen. Die Gewerkschaft befürchtet, dass damit die durch das VW-Gesetz gesicherten Mitbestimmungsrechte umgangen werden könnten. Der Betriebsrat drohte als Reaktion mit außerordentlichen Versammlungen.

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Absatzkrise und strategische Neuausrichtung

Die wirtschaftliche Lage des Konzerns hat sich zuletzt verschlechtert. Im zweiten Quartal 2026 sank der weltweite Absatz um 9 Prozent auf 2,08 Millionen Fahrzeuge. Besonders kritisch: der chinesische Markt, wo die Verkäufe um 37 Prozent einbrachen.

Der Aufsichtsrat hat den aktuellen Zukunftsplan des Vorstands vorerst abgelehnt. Einigkeit herrscht zwar über einen Umbau des Vorstands – das Sparpaket bleibt jedoch umstritten. Laut Medienberichten vom Dienstag sieht ein Masterplan der Konzernführung einen Kurs vor, der den Konflikt mit der Arbeitnehmerseite weiter verschärfen könnte. Die Entscheidung über die weitere Strategie fällt voraussichtlich im September.

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