Zweiter, Verleumdungsprozess

Zweiter Verleumdungsprozess: Trump verlĂ€sst ĂŒberraschend Gerichtssaal

26.01.2024 - 17:13:36

WÀhrend der AbschlussplÀdoyers im zweiten Verleumdungsprozess der US-Autorin E.

Jean Carroll gegen Donald Trump hat der frĂŒhere US-PrĂ€sident ĂŒberraschend den Gerichtssaal verlassen. Kurz nachdem Carrolls AnwĂ€ltin Roberta Kaplan am Freitag mit ihrem PlĂ€doyer begonnen hatte, sei Trump ohne vorherige AnkĂŒndigung aufgestanden und habe den Saal verlassen, berichteten US-Medien ĂŒbereinstimmend.

"Die Aufzeichnungen werden zeigen, dass Herr Trump gerade aufgestanden und aus dem Gerichtssaal herausgelaufen ist", sagte Richter Lewis Kaplan daraufhin und bat Trumps Anwaltsteam darum, sitzen zu bleiben. Warum Trump den Saal verließ und wo er hinging, war zunĂ€chst nicht klar. Das Verfahren könnte noch am Freitag abgeschlossen und der Jury ĂŒbergeben werden. Bei Nieselregen und Nebel hatten sich am Morgen zahlreiche Medienvertreter und einige wenige Demonstranten vor dem Gericht in Manhattan versammelt.

Es handelt sich um den zweiten Prozess der 80-jĂ€hrigen Carroll gegen Trump. Zum Abschluss des ersten Verfahrens hatte es im Mai eine New Yorker Geschworenenjury als erwiesen angesehen, dass Trump Carroll 1996 in einem New Yorker Nobelkaufhaus angegriffen, sexuell missbraucht und spĂ€ter verleumdet hatte. Die Geschworenen hatten der Schriftstellerin daraufhin eine EntschĂ€digung in Höhe von fĂŒnf Millionen Dollar (etwa 4,65 Millionen Euro) zugesprochen.

Weil sie nachfolgende Kommentare von Trump ebenfalls als verleumderisch ansah, klagte Carroll anschließend erneut. Bereits vor Beginn des zweiten Prozesses gab Richter Kaplan ihr recht und entschied, dass weitere Kommentare Trumps verleumderisch gewesen seien. Damit muss die Jury nun lediglich noch ĂŒber die Höhe der EntschĂ€digung entscheiden, die der Ex-PrĂ€sident der Frau bezahlen muss. Carroll verlangt mehr als zehn Millionen Dollar.

Trump war im zweiten Prozess - anders als im ersten, wo er komplett abwesend geblieben war - bereits mehrfach persönlich erschienen und durch zahlreiche kommentierende MeinungsĂ€ußerungen störend aufgefallen. Deswegen hatte ihm der Richter schon mit Ausschluss gedroht. Der 77-JĂ€hrige gilt bei den im November anstehenden PrĂ€sidentschaftswahlen als aussichtsreichster Bewerber der Republikaner. Er muss sich allerdings derzeit auch in mehreren verschiedenen FĂ€llen mit Gerichten auseinandersetzen. Die Gerichtstermine nutzt Trump hĂ€ufig als eine Art Wahlkampfauftritt.

@ dpa.de