WHO, Corona-Pandemie

WHO: In der Corona-Pandemie wurden zu oft Antibiotika verschrieben

26.04.2024 - 18:42:22

WĂ€hrend der Corona-Pandemie sind Patientinnen und Patienten nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) viel zu oft Antibiotika verschrieben worden.

Das könnte nach ihren Angaben die Ausbreitung antimikrobieller Resistenzen (AMR) verschĂ€rft haben, berichtete die WHO am Freitag in Genf. Gemeint ist, dass Bakterien, Viren, Parasiten und Pilze resistent werden gegen Medikamente, was fĂŒr die Behandlung der Betroffenen lebensgefĂ€hrlich sein kann.

Nur acht Prozent der Corona-Infizierten in KrankenhĂ€usern hĂ€tten zusĂ€tzlich bakterielle Infektionen gehabt, die mit Antibiotika behandelt werden konnten. Doch hĂ€tten im weltweiten Durchschnitt 75 Prozent diese Medikamente bekommen, "fĂŒr den Fall, das es hilft", wie die WHO schrieb. Es mĂŒsse dringend mehr getan werden, um Antibiotika korrekt und nur da einzusetzen, wo sie Nutzen bringen können. Im Fall einer Corona-Infektion hĂ€tten sie den Patientinnen und Patienten nichts gebracht.

Die WHO hat fĂŒr die Analyse die anonymisierten Daten von rund 450 000 Menschen ausgewertet. Es handelte sich um Personen, die zwischen Januar 2020 und MĂ€rz 2023 in 65 LĂ€ndern mit einer Corona-Infektion in KrankenhĂ€usern waren.

Antimikrobielle Resistenzen (AMR) sind weltweit ein wachsendes Problem. Die EuropĂ€ische Union schĂ€tzt, dass allein in den MitgliedslĂ€ndern sowie Norwegen, Island und Liechtenstein im Jahr 35 000 Menschen sterben, weil ihre Bakterien, Viren, Parasiten und Pilze resistent sind gegen die gĂ€ngigen Medikamente. Die EU bezeichnet AMR als eine der drei grĂ¶ĂŸten Gesundheitsgefahren.

@ dpa.de