Siemens, Energy

Siemens Energy lÀsst die Krise hinter sich

08.05.2025 - 07:00:44

WĂ€hrend weite Teile der deutschen Industrie ĂŒber immer schlechtere GeschĂ€fte klagen, lĂ€uft es bei Siemens Energy immer besser. Der Konzern ist auf Kurs fĂŒr ein solides Jahr aus eigener Kraft.

  • Nach Jahren der Krise ist Siemens Energy auf dem Weg zu einem sehr soliden Jahr. - Foto: Sebastian Kahnert/dpa

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  • Siemens-Energy-Chef Christian Bruch rechnet im laufenden Jahr mit bis zu einer Milliarde Euro Gewinn. (Archivbild) - Foto: Kay Nietfeld/dpa

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Nach Jahren der Krise ist Siemens Energy auf dem Weg zu einem sehr soliden Jahr. - Foto: Sebastian Kahnert/dpaSiemens-Energy-Chef Christian Bruch rechnet im laufenden Jahr mit bis zu einer Milliarde Euro Gewinn. (Archivbild) - Foto: Kay Nietfeld/dpa

Siemens Energy lĂ€sst die Krisen der vergangenen Jahre immer weiter hinter sich und ist auf Kurs fĂŒr ein solides Jahr. Im abgelaufenen Quartal - fĂŒr Energy ist es das zweite des GeschĂ€ftsjahres - machte der Energietechnikkonzern 501 Millionen Euro Gewinn nach Steuern. Das ist fast das FĂŒnffache des Wertes aus dem Vorjahreszeitraum. Zwar drĂŒckt das Sorgenkind Siemens Gamesa noch immer auf die Zahlen, doch in den Bereichen jenseits der Windkraft lief es so gut, dass Energy jĂŒngst seine Prognose deutlich anhob. Und selbst die neuen US-Zölle bereiten Konzernchef Christian Bruch nur ĂŒberschaubare Sorgen. 

FĂŒr die zweite HĂ€lfte des GeschĂ€ftsjahres, das noch bis Ende September lĂ€uft, rechnet Energy durch die US-Zölle nur mit einer begrenzten Belastung bis zu einem hohen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag. Vergleicht man das mit den Werten, die zuletzt beispielsweise von deutschen Autoherstellern genannt wurden, ist das vergleichsweise wenig. Diese negativen Effekte werden von der zuletzt sehr starken Entwicklung aber mehr als ĂŒberlagert. 

Die machte sich im zweiten Quartal auch bei Umsatz und Auftragseingang bemerkbar. Die Erlöse kletterten um rund ein FĂŒnftel auf knapp 10 Milliarden Euro, der Auftragseingang lag mit 14,4 Milliarden Euro nicht nur deutlich darĂŒber, sondern wuchs auch um mehr als die HĂ€lfte. 

Zuversicht beim Chef

«Die steigende Nachfrage nach Strom hat zu einem außerordentlich starken Quartal und ersten Halbjahr unseres GeschĂ€ftes gefĂŒhrt», betont Konzernchef Christian Bruch. Als Folge erhöhte er zuletzt die Prognose - von einem Ergebnis um die Gewinnschwelle auf bis zu 1 Milliarde Euro Gewinn. «Der verbesserte Ausblick spiegelt unsere Zuversicht in die anhaltenden Marktchancen wie auch unsere hervorragende Projektabwicklung wider.» 

In der Vergangenheit hatten immer wieder Probleme bei einzelnen Projekten - insbesondere bei Gamesa - die Zahlen fĂŒr den ganzen Konzern nach unten gerissen. Inzwischen ist man bei Energy zuversichtlich, diese Probleme in den Griff bekommen zu haben. 

Gamesa drĂŒckt noch immer

Ganz vorbei sind die Schwierigkeiten bei Gamesa aber noch nicht. Auch im zweiten Quartal sorgte die Tochter in ihrem Bereich fĂŒr ein dickes Minus, das allerdings von starken Zahlen im GeschĂ€ft mit Turbinen und ihrer Wartung sowie mit Stromnetztechnologie mehr als ausgeglichen werden konnte. Noch drĂŒcken bei Gamesa die Probleme bei zwei wichtigen Windkraftanlagentypen an Land - doch kommendes Jahr soll dort die Gewinnschwelle erreicht werden. Laufen die GeschĂ€fte in den anderen Bereichen dann immer noch so gut wie zur Zeit, könnte Energy beim Ergebnis dann neue Höhen erklimmen. 

Zuerst muss der Konzern aber seine aktuelle Prognose einhalten. Gelingt es, wÀre das zwar nicht der erste Jahresgewinn seit der Abspaltung von Siemens im Herbst 2020 - den gab es schon im vergangenen GeschÀftsjahr -, damals aber noch vor allem dank Gewinnen aus dem Verkauf von Anteilen an Siemens India. Diesmal wÀre es aus eigener Kraft.

@ dpa.de