Unternehmensberatung, Cloud Service

Nach dem großen Cloudflare-Ausfall: Wie sich Unternehmen jetzt alternativ aufstellen

04.12.2025 - 09:14:06

Warpe - Nach dem massiven Cloudflare-Ausfall – vor ein paar Wochen schon Störungen bei Amazon- und Microsoft-Diensten – wĂ€chst bei Unternehmen die Sorge vor der nĂ€chsten digitalen Vollbremsung. Eine ganze Serie von AusfĂ€llen legt schonungslos offen, wie abhĂ€ngig viele Firmen mittlerweile von diesen amerikanischen Services sind. Da stellt sich die Frage: Wie kann man sich davor schĂŒtzen? Macht es Sinn, Dienste wieder nach Europa oder sogar Deutschland zu holen und auf eigenen Servern laufen zu lassen?

Unternehmen mĂŒssen ihre Datenströme breiter aufstellen und nicht mehr alles ĂŒber ein einziges CDN jagen. Wer AusfĂ€lle kĂŒnftig vermeiden will, braucht eine echte Multi-Provider-Strategie. Sonst stehen wir bald wieder vor demselben Problem. Dieser Beitrag zeigt, wie sich Unternehmen vor dem Ernstfall schĂŒtzen.

EuropÀische Alternativen und ihre Grenzen

Es lohnt sich, europĂ€ische Anbieter stĂ€rker in Betracht zu ziehen. Dienste wie bunny.net zeigen, dass leistungsfĂ€hige Alternativen existieren, die fĂŒr viele Einsatzszenarien geeignet sind. Dennoch hĂ€tte auch ein vollstĂ€ndiger Umstieg nach Europa das grundlegende Risiko nicht beseitigt, denn jeder Provider kann ausfallen und manche greifen im Hintergrund selbst auf US-Infrastruktur zurĂŒck. Deshalb fĂŒhrt die Frage „europĂ€isch oder nicht“ allein noch nicht zu mehr StabilitĂ€t. Entscheidend ist eine breiter angelegte Strategie, die Vielfalt schafft und AbhĂ€ngigkeiten reduziert.

Risikoanalyse, Notfallplanung und unvermeidbare AbhÀngigkeiten

Wichtiger als die Standortwahl des Anbieters ist eine realistische EinschĂ€tzung der eigenen Systeme. Unternehmen sollten klar benennen, welche Dienste kritisch sind, welche AusfĂ€lle tolerierbar wĂ€ren und welche Maßnahmen im Ernstfall automatisch umgesetzt werden. Ein vorbereiteter Notfallplan sorgt dafĂŒr, dass ein Ausfall nicht zur Schockstarre fĂŒhrt, sondern steuerbar bleibt. Gleichzeitig mĂŒssen viele Firmen akzeptieren, dass es Bereiche gibt, in denen sich AbhĂ€ngigkeiten kaum vermeiden lassen. Lösungen wie Microsoft 365, Exchange Online oder Teams haben in Europa keine vollwertigen Alternativen. Der reflexhafte RĂŒckzug in das eigene Rechenzentrum verschĂ€rft die Lage hĂ€ufig sogar, da On-Prem-Infrastrukturen meist weniger redundant sind und mehr operative Risiken mit sich bringen.

Backups, Organisation und Identity als kritische Faktoren

FĂŒr den echten Worst Case bleibt ein unabhĂ€ngiges, regelmĂ€ĂŸig getestetes Backup unverzichtbar. Erst dadurch bleibt ein Unternehmen auch dann handlungsfĂ€hig, wenn ein Provider komplett ausfĂ€llt. DarĂŒber hinaus zeigt sich in vielen Krisensituationen, dass die technischen AbhĂ€ngigkeiten nicht das einzige Problem sind. FĂ€llt ein Kommunikationsdienst aus, bricht in zahlreichen Unternehmen sofort die interne Abstimmung weg, weil alternative Wege fehlen. Ein zweiter Messenger, funktionierende Telefonketten, eine externe Statusseite und ein klarer Kommunikationsplan verhindern, dass ein technisches Problem zum organisatorischen Stillstand fĂŒhrt.

Gleichzeitig entwickelt sich die Identity-Schicht zunehmend zum zentralen Single Point of Failure. Fast alle Systeme hĂ€ngen an Azure AD / Entra ID oder Google Identity, sodass ein Login-Problem sĂ€mtliche Arbeit unterbrechen kann. Break-Glass-Accounts, ein zweiter Identity-Provider fĂŒr besonders kritische Bereiche und Offline-Admin-ZugĂ€nge schaffen hier die nötige Resilienz.

Transparenz, Lieferketten und personelle Redundanz

Ein weiteres Problem vieler Unternehmen ist, dass AusfĂ€lle oft erst ĂŒber Social Media auffallen. Ohne externes Monitoring fehlen verlĂ€ssliche Informationen, und Reaktionen verzögern sich. Synthetische Tests und Alarmierungen ĂŒber unabhĂ€ngige KanĂ€le verbessern die Sichtbarkeit erheblich. ZusĂ€tzlich sollten Unternehmen ihre Lieferketten genauer betrachten. Selbst Anbieter, die europĂ€isch wirken, können DNS, Routing oder Hosting ĂŒber US-Dienste beziehen. Nur wer diese zweite Ebene kennt, kann Risiken realistisch bewerten. Nicht zuletzt darf die personelle Komponente nicht unterschĂ€tzt werden: Wenn das Wissen ĂŒber zentrale Systeme bei einer einzigen Person liegt, wirkt sich deren Ausfall Ă€hnlich gravierend aus wie ein technischer Störfall. Dokumentation, Wissensverteilung und externe Partner, die im Ernstfall einspringen können, reduzieren dieses Risiko deutlich.

Der Einfluss von Cloudflare ĂŒber das CDN hinaus

Viele Unternehmen nutzen Cloudflare nicht nur als CDN, sondern auch als DNS-Provider oder Web Application Firewall. Dadurch bĂŒndeln sie große Teile ihrer Infrastruktur bei einem einzigen Dienst. FĂ€llt dieser aus, wirkt die Störung weit tiefer als erwartet. Eine bewusste Aufteilung dieser Funktionen verhindert, dass ein einzelner Ausfall mehrere Ebenen gleichzeitig trifft.

Fazit

Mehr Resilienz entsteht nicht durch den einen „richtigen“ Anbieter, sondern durch eine durchdachte Architektur, klare Prozesse und organisatorische Vorbereitung. Unternehmen, die Risiken kennen, AbhĂ€ngigkeiten reduzieren und alternative Wege vorsehen, bleiben auch in grĂ¶ĂŸeren Störungen handlungsfĂ€hig. Eine breitere, strukturierte Aufstellung schĂŒtzt langfristig besser als jeder einzelne Dienst – unabhĂ€ngig davon, ob er aus den USA oder aus Europa kommt.

Über Jörn Runge:

Jörn Runge und Torben Runge sind IT-Experten und die GeschĂ€ftsfĂŒhrer der TORUTEC GmbH. Mit TORUTEC setzen sie neue Standards in der Branche. Sie fungieren als externe IT-Abteilung und unterstĂŒtzen Unternehmen dabei, ihre IT-Prozesse schlanker zu gestalten und langfristige StabilitĂ€t in ihre Systeme zu bringen. Das 25-köpfige Expertenteam bietet ein Gesamtpaket an, das von verlĂ€sslichen IT-Strukturen ĂŒber Datensicherheit bis zu Automatisierungen reicht. Mehr Informationen unter: https://torutec.com/

Pressekontakt:

TORUTEC GmbH
Vetreten durch: Torben Runge
[email protected]
https://torutec.com/

Pressekontakt:
Ruben SchÀfer
E-Mail: [email protected]

Original-Content von: TORUTEC GmbH ĂŒbermittelt durch news aktuell

http://ots.de/5e2dde

@ presseportal.de