Warsteiner-Konzern, Jobs

Warsteiner-Konzern: 220 Jobs gefährdet, Brauereien schließen

Veröffentlicht am: 24.08.2026 um 21:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Haus Cramer Gruppe reduziert ihre Produktionskapazität um 30 Prozent, schließt die Herforder Brauerei und prüft die Zukunft des Standorts Paderborn.

Warsteiner-Konzern: Kapazitätsabbau und Standortschließungen in Herford und Paderborn
Industrielle Edelstahltanks in einer traditionellen deutschen Brauerei bei natürlichem Lichteinfall. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Warsteiner-Konzern, der als Haus Cramer Gruppe firmiert, hat einschneidende Maßnahmen zur Umstrukturierung seiner Geschäftsabläufe und Produktionskapazitäten angekündigt.

Wie am 23. August 2026 bekannt wurde, plant das Unternehmen eine umfassende Neuausrichtung, die sowohl Standortschließungen als auch eine strategische Konzentration der Bierherstellung am Stammsitz in Warstein vorsieht. Ziel ist es, den Konzern an veränderte Marktbedingungen anzupassen und die Effizienz innerhalb der Gruppe zu steigern.

Standortschließungen und Kapazitätsanpassungen

Im Zentrum der Restrukturierungspläne steht ein massiver Abbau der Kapazitäten. Die Haus Cramer Gruppe beabsichtigt, die gesamte Produktionskapazität des Konzerns um 30 Prozent zu reduzieren. Dieser Schritt geht mit der Aufgabe etablierter Standorte einher. Für die Herforder Brauerei wurde bereits eine definitive Entscheidung getroffen: Der Betrieb soll im zweiten Halbjahr 2026 vollständig geschlossen werden.

Hinsichtlich der Brauerei in Paderborn herrscht derzeit noch keine endgültige Klarheit über das weitere Vorgehen. Das Management der Gruppe teilte mit, dass im Herbst 2026 darüber entschieden werde, ob die Paderborner Brauerei veräußert oder ebenfalls dauerhaft stillgelegt wird. Durch diese Maßnahmen wird die Produktion künftig verstärkt in Warstein konzentriert, um Skaleneffekte besser nutzen zu können.

Auswirkungen auf die Beschäftigten und Sozialplan

Der geplante Umbau hat erhebliche Konsequenzen für die Belegschaft. Insgesamt sind von den Standortveränderungen 220 Beschäftigte betroffen. Um die sozialen Folgen abzufedern, wurde laut Unternehmensangaben ein Sozialtarifvertrag geschlossen.

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Während an den Standorten Herford und Paderborn Stellen wegfallen, soll am Hauptstandort in Warstein investiert werden. Dort ist die Schaffung von 50 neuen Arbeitsplätzen vorgesehen, was einen Teil des Personalabbaus an anderer Stelle kompensieren könnte.

Der Zeitplan für die personellen Maßnahmen ist bereits grob umrissen. Kündigungen am Standort Herford sollen demnach frühestens im September ausgesprochen werden. Für die Mitarbeitenden in Paderborn ist dieser Schritt, abhängig von der noch ausstehenden Entscheidung über einen Verkauf oder eine Schließung, für November vorgesehen.

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Strategische Neuausrichtung im Management

Flankiert wird die Restrukturierung durch personelle Veränderungen in der Führungsebene der Haus Cramer Gruppe. Bereits seit dem 23. Juli 2026 agiert Bodo-Joachim Wendenburg als neuer Chefmanager des Konzerns und leitet die aktuelle Transformationsphase.

Auch im Bereich des Vertriebs gibt es einen Wechsel in der Verantwortung. Vertriebsdirektor Marco Schulze wird das Unternehmen verlassen. Die Nachfolge für diese Schlüsselposition ist bereits geregelt: Adriano Leo wurde als neuer Verantwortlicher für den Vertrieb benannt und wird die Marktaktivitäten der Gruppe in der künftigen Struktur steuern. Durch die Bündelung der Kräfte in Warstein und die Verschlankung der Strukturen hofft der Konzern, seine Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern.

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