Niedersachsen, Deutschland

MinisterprĂ€sident wirbt fĂŒr Förderung gebrauchter E-Autos

25.12.2025 - 06:30:08

Warum MinisterprĂ€sident Olaf Lies im VW-Land Niedersachsen bei der E-Auto-Förderung auf Gebrauchtwagen setzt – und welche Folgen das fĂŒr KĂ€ufer, Preise und Hersteller hĂ€tte.

Niedersachsens MinisterprĂ€sident Olaf Lies spricht sich fĂŒr eine staatliche Förderung gebrauchter Elektroautos aus. «Wir mĂŒssen vor allem junge Gebrauchtwagen fördern», sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. ZuschĂŒsse fĂŒr neue E-Autos stĂ€rkten dagegen auch den chinesischen Markt, wenn es keine Vorgaben zum europĂ€ischen Fertigungsanteil gebe. Das zeige das Beispiel Frankreich.

Nach Vorstellung von Lies sollten vor allem zwei bis drei Jahre alte Leasing-RĂŒcklĂ€ufer mit geringer Laufleistung unterstĂŒtzt werden. Eine solche PrĂ€mie hĂ€tte nach seinen Angaben drei Effekte:

  • Viel mehr Menschen könnten sich gĂŒnstige Elektroautos leisten.
  • Die Restwerte gebrauchter Fahrzeuge stiegen, was auch das Leasing neuer Autos gĂŒnstiger mache.
  • Die Förderung kĂ€me heimischen, europĂ€ischen Herstellern zugute, da es vor allem europĂ€ische gebrauchte E-Autos auf dem Markt gebe.

Das plant die Bundesregierung

Die schwarz-rote Koalition im Bund hatte sich im November auf ein staatliches E-Auto-Förderprogramm fĂŒr Haushalte mit kleinem und mittlerem Einkommen verstĂ€ndigt. Gefördert werden sollen der Kauf und das Leasing von reinen Elektro- sowie Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen. 

Die erste Stufe des Programms ist nach Angaben des Bundesumweltministeriums auf Neuwagen ausgerichtet. FĂŒr eine zweite Stufe sollen auch Regelungen fĂŒr Gebrauchtwagen vorgeschlagen werden.

Aus vom Verbrenner-Aus? Was Lies an dem Satz Àrgert

Zur Debatte ĂŒber das Verbrenner-Aus sagte Lies, es sei richtig, den Weg ĂŒber das Jahr 2035 hinaus auch fĂŒr andere Technologieoptionen als reine Elektroautos zu öffnen und gleichzeitig weiter auf die E-MobilitĂ€t als Zieltechnologie hinzuarbeiten. FrĂŒhere Wegmarken seien zu einer Zeit gesetzt worden, als die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs, die US-Zölle und Handelshemmnisse aus China so noch nicht absehbar gewesen seien.

«Es Ă€rgert mich, wenn es heißt: Das ist das Aus vom Verbrenner-Aus. Das klingt fĂŒr viele nach einem Aus der E-MobilitĂ€t. Das ist nicht richtig», sagte Lies. «Der ganz ĂŒberwiegende Teil des Autoabsatzes nach 2035 wird elektrisch sein. Sicher weit ĂŒber 80 Prozent.» 

Die EU-Kommission hatte die PlĂ€ne fĂŒr ein striktes Verbrenner-Aus zuletzt geĂ€ndert. So sollen nun auch nach 2035 noch Autos mit Verbrennungsmotor neu zugelassen werden können.

@ dpa.de