USA und China verlÀngern Pause im Zollstreit
12.08.2025 - 06:35:21(Neu: Weitere Details)
WASHINGTON (dpa-AFX) - Die eigentlich vorgesehenen höheren Zölle im Handel zwischen den USA und China bleiben zunÀchst ausgesetzt. US-PrÀsident Donald Trump unterzeichnete ein Dekret, dass eine weitere Verschiebung bis zum 10. November um 00.01 Uhr (Ortszeit Washington) vorsieht. Auch das Pekinger Handelsministerium bestÀtigte kurz darauf die neue Frist.
Die Vereinigten Staaten beabsichtigten, weiterhin GesprĂ€che mit China zu fĂŒhren, um Ungleichgewichte im Handel auszurĂ€umen, hieĂ es in dem Dekret. "Alle anderen Elemente des Abkommens bleiben unverĂ€ndert", schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Der US-PrĂ€sident sprach von einem Aufschub von 90 Tagen.
Wiederholt GesprÀche zwischen den USA und China
Seit April hatten die USA die Einfuhrzölle auf chinesische Waren schrittweise auf bis zu 145 Prozent erhöht. China reagierte mit Gegenzöllen von bis zu 125 Prozent und verhÀngte Exportkontrollen auf strategisch wichtige Rohstoffe. Im Mai einigten sich beide Seiten in Genf auf eine 90-tÀgige Aussetzung der neuen Zölle. Im Juni folgten weitere GesprÀche in London.
Ende Juli kamen dann Delegationen der beiden gröĂten Volkswirtschaften der Welt in Stockholm zu neuen GesprĂ€chen ĂŒber ihren Zollkonflikt zusammen - allerdings ohne Ergebnis. Beide Seiten lieĂen damals nach zweitĂ€gigen HandelsgesprĂ€chen offen, ob die Aussetzung noch einmal verlĂ€ngert wird. Die bisherige Pause wĂ€re an diesem Dienstag ausgelaufen.
Die nun verkĂŒndete VerlĂ€ngerung vermeidet erst einmal eine Eskalation der Handelsstreitigkeiten. Zu einem spĂ€teren Zeitpunkt könnten sich die PrĂ€sidenten Trump und Xi Jinping treffen. Ein direktes GesprĂ€ch der beiden Staatschefs gilt als entscheidend, um ĂŒber technische Details hinaus politische Leitlinien abzustecken.
Streit dreht sich nicht nur um Zölle selbst
Die Spannungen zwischen den beiden LĂ€ndern gehen dabei weit ĂŒber die Frage von Zöllen hinaus. Peking kritisiert die US-Exportkontrollen fĂŒr Halbleiter und KI-Chips, die chinesischen Unternehmen den Zugang zu moderner Technologie erschweren. Washington wiederum wirft China vor, bestimmte Rohstoffe gezielt zurĂŒckzuhalten.
Erst am Montag hatte Trump Medienberichte bestĂ€tigt, wonach die US-Regierung einen Anteil von 15 Prozent bei VerkĂ€ufen von KI-Chips der amerikanischen Konzerne Nvidia US67066G1040 und AMD US0079031078 nach China kassiert. Er sagte, dass er von Nvidia-Chef Jensen Huang zunĂ€chst sogar 20 Prozent verlangt habe - "fĂŒr das Land".
Trotz der harten Töne sendeten zuletzt beide Regierungen Signale der AnnĂ€herung. China zeigte sich offen fĂŒr Fortschritte. In einem Leitartikel der staatlichen "Volkszeitung", dem Sprachrohr der Kommunistischen Partei, hieĂ es, Peking sei bereit, mit Washington substanzielle Fortschritte zu erzielen. China setze weiter auf einen konstruktiven Dialog.
Anders als viele andere Staaten reagierte China auf die von den USA unter Trump eingefĂŒhrten Strafzölle von Anfang an mit unmittelbaren Gegenzöllen. Peking verzichtete auf einseitige ZugestĂ€ndnisse und setzte stattdessen konsequent auf entsprechende VergeltungsmaĂnahmen.

